Nur für Erwachsene

Warnung - einige Inhalte sind nur für Personen, die 18 Jahre oder älter sind.

Mittwoch, 15. November 2017

Läuft bei mir. Zwar rückwärts und bergab, aber läuft.

Anfang letzter Woche habe ich der Krankenkasse Unterlagen geschickt, damit die meinen Beitrag entsprechend anpassen können. Bis das alles mal in geregelten Bahnen ist, das dauert...
Heute haben sie dann mal eben einen großen Haufen Geld abgebucht, der mein Konto ebenso schnell ins Minus rauschen ließ. Kacke. Ein Anruf sagte mir, dass meine Unterlagen erst gestern in der richtigen Abteilung eingegangen sind. Na super! Das Geld wollen sie erstmal behalten, ich kriege dann zurück was zuviel ist. Immerhin konnte ich erreichen, dass es sofort auf dem Tisch des passenden Sachbearbeiters landet mit höchster Prio.

Das ist jetzt mächtig kacke aber es zeigt mir wiedermal, dass man vieles auffangen kann, wenn man es nicht aufschiebt.

Also:

Läuft! 😊

Samstag, 11. November 2017

Kalt

Die Tage werden kürzer, das Wetter immer kälter, der erste Schnee ist angesagt.

An den Straßenrändern stehen nun die Stäbe die, bei Schneewehen die Fahrbahn markieren und überall da, wo weder Wald noch Hügel ist, sind Schneefangzäune aufgebaut worden.

Irgendwie bringt das aber auch gerade eine ziemliche Traurigkeit mit sich. Die ehemals Beste schrieb mir in ihrer letzten Nachricht, dass ich Recht habe damit, dass sie in ihrem Leben gerade keinen Platz für mich habe, dass sie mir am Wochenende das aber in Ruhe genauer erklären wollte. Das war Mitte September. Ich gratulierte ihr einige Tage später zum Geburtstag -  keine Reaktion. Noch ein paar Tage später war mein Geburtstag, sie meldete sich nicht.

Mein Stellenwert ist mir sehr klar geworden. Dennoch vermisse ich sie. Vermisse es, abends mit ihr zusammen zu sitzen und ein Bierchen zu trinken. Finde schade, dass sie die letzten Verabredungen alle mit teilweise fadenscheinigen Begründungen abgesagt hat.

Am liebsten würde ich das nächste Mal, wenn ich in ihre Gegend komme, bei ihr anhalten und spontan Hallo sagen... doch das ist keine gute Idee, das weiß ich.

Trotzdem fehlt sie mir so sehr und ich würde so gern verstehen, was sich verändert hat, dass sie, die immer so darauf gepocht hat, miteinander zu reden, mit mir nicht mehr redet. Dass ich ihr nicht einmal diese Erklärung wert bin.

Donnerstag, 9. November 2017

SmartStress

LaScotia schreibt über das smarte Leben ihrer Freundin und jemand, der ein undigitales Leben so mag wie ich, kann darüber schmunzeln.

Mein Traumleben wäre irgendwo im Grünen. Ein alter, kleiner Hof auf dem alles ist, was man braucht um sich selbst zu ernähren und noch ein bisschen Platz für die Hobbytiere.
Dieser Hof hätte vermutlich Strom, aber nicht unbedingt fließend warmes Wasser. Dafür hätte er einen Ofen, der die wichtigsten Räume heizen kann und einen Badofen für warmes Wasser.

Ich hätte dort kein Smartphone und wenns nach mir geht, ist das Internet, wenn es denn sein muss, einmal die Woche an für das nötigste, was man so machen muss wie Onlinebanking und so weiter. Ganz ohne Internet gehts irgendwie nicht mehr, zumindest nicht ohne Mehrkosten oder deutliche Unannehmlichkeiten. Denke ich.

Es ist nicht so, dass ich Technikfeind bin. Im Gegenteil, speziell das ein oder andere aus dem Smarthomebereich finde ich praktisch. Per Smartphone ansteuerbare Lampen zum Beispiel. Oder die Möglichkeit, faul auf dem Sofa sitzend die Musik im Handy auszuwählen statt aufzustehen und eine CD einzulegen.

Aber eigentlich fühlt es sich oft an, als sei ich Sklavin meiner Handys. Ich bin süchtig. Mangels Nachttisch und dank Kurzsichtigkeit
der aufmerksame Leser erkennt,
dass ich mich an dieser Stelle schon rechtfertige
liegt das Handy nachts oft unterm Kopfkissen. Da fällt es nicht runter, ich habe bei Bedarf eine Uhr in lesbarer Entfernung und ich kann den Handywecker direkt ausschalten morgens. Wenn ich mal nicht schlafen kann spiele ich Candy Crush bis mir die Augen zufallen. Ich habe eine Standardrunde von Seiten, die ich täglich ansurfe, einige davon schon vor dem Aufstehen wenn ich die Zeit dazu habe.
Ich erkenne die Sucht und ich leide darunter. Allerdings nicht genug um auf die Annehmlichkeiten zu verzichten, die es mir bietet:
*Der leicht zu programmierende Wecker, der jeden Tag zu einer anderen Zeit klingelt ohne dass ich ihn abends noch mal stellen müsste.
*Das Onlinebanking per App
*Routenplanung und Navigation
*Mails immer und unterwegs abrufen und schreiben zu können
*schnell was googlen können statt es mir merken zu müssen um es zu Hause nachzuschlagen
*Notizen machen
*Fotos und Videos unbegrenzt, in guter Qualität machen
*vor allem: in Kontakt bleiben via Whatsapp, Threema und Co.
*...

Es ist ja nicht alles schlecht. Aber der Preis den ich dafür zahle, sehe ich auch. Das Ding klaut mir Zeit und Nerven. Ähnlich wie ein Raucher sich in die nikotinunterstützte Pause flüchtet vor Stress, so flüchte ich mich in die Welt von webfail, picdumps und 9gag. Kurz denn Alltag Alltag sein lassen und die Gedanken an was lustiges oder erstaunliches verschwenden...
Natürlich kann man jetzt sagen "was früher Bücher waren, ist heute halt ein Smartphone" und ganz falsch ist es nicht. Aber eben auch nicht ganz richtig, denn mit einem Smartphone will man dauernd Multitasken, also ich zumindest. Es sind oft mehrere Tabs gleichzeitig offen, mehrere Apps gleichzeitig, man switched dauernd hin und her... Alle CandyCrushLeben aufgebraucht? Egal, dann halt mal kurz gucken was es bei webfail neues gibt, ob jemand was neues gebloggt hat, oder kurz eine Runde Sudoku? Ok, ist auch langweilig also zurück zu CandyCrush, da gibts immer noch keine Leben also mal kurz Mails checken - Ikea schickt einen Newsletter, also mal reinschauen, zack weiter gehts zu CandyCrush, ach nee, ich wollte ja noch kurz meinen Kontostand checken und dann noch kurz einen Preis in der Amazonapp nachschauen und überhaupt, irgendwas wollte ich doch noch vielleicht fällt es mir ein wenn ich die Fotos durchschaue? Nein, da klingelt nix aber vielleicht bei den Apps, Himmelherrgott, ich kann doch nicht so vergesslich sein, egal, schaue ich eben mal nach neuen Bildern bei 9gag....... Es macht mich schon kirre wenn ich das nur schreibe.
Bücher habe ich bewusster genossen, während der Griff zum Handy so automatisch ist, dass hat nichts mit bewusst zu tun. Schon gar nichts mit Genuss.

Ich hoffe, ich kann mir irgendwann meinen Traum erfüllen und mein Leben deutlich entschleunigen. Dieses schwarze, teure Ding, was so viele Vorteile bringt, ich kriege die Sucht nur in den Griff wenn ich einen kalten Entzug mache. Am Besten mein Leben lang.


Samstag, 4. November 2017

Wölfe in Deutschland

Seit Jahren verfolge ich die Wolfsdiskussionen, das Für und Wider aller und ich stelle fest, dass sich trotz aller Aufklärung die Angst in der Bevölkerung hält.




Während die Wölfe sich von Osten her immer weiter ausbreiteten, begann die Panik der Menschen zu wachsen. Zu tief verwurzelt ist das Märchen von Rotkäppchen, zu viele Vorurteile stoßen auf zu wenig Bereitschaft, sich eingehender mit den Tieren, deren Lebensraum wir eingenommen haben, zu beschäftigen.Wir Menschen sind in den vergangenen zweihundert Jahren in denen wir selbst das einzige große Raubtier hier waren, extrem verweichlicht. Landbewohner zucken nicht gleich zusammen, wenn sie einen Fuchs sehen aber das Gros der Menschen lebt in Städten, für die sind Tiere, die nicht Hunde und Katzen sind, so exotisch, dass sie sie filmen und bei Youtube einstellen. Bei der Bildzeitung oder dem RTL-Nachmittagsprogramm geht sowas dann viral...

Die wenigsten wissen zum Beispiel, 
dass Wolf nicht gleich Wolf ist. 
Es gibt da etliche Unterarten.

Was Vielen unbekannt ist, ist dass Wölfe total scheu sind. Die interessieren sich normalerweise nicht für Menschen. Und ein Wolf, der noch nie Menschenkontakt hatte, wird einen großen Bogen um Menschen machen, die sind ihm nicht geheuer. Nur leider haben wir durch eine flächendeckend große Besiedelung schon lange den Grundstein verloren, Wölfe nicht mitzukriegen. Die Wölfe, die in Deutschland leben, sind nicht so scheu wie ihre kanadischen Kollegen. Das müssen wir einfach akzeptieren und lernen damit umzugehen. Wölfe sind scheu aber extrem anpassungsfähig, genau wie viele andere Wildtiere auch, die zum Fressen in die Städte und Dörfer kommen. Jeder sucht sich seine ökologische Nische und jedes Lebewesen geht dabei den Weg des geringsten Widerstandes.

Wölfe sind Raubtiere, genau wie Füchse, Dachse und all die anderen Raubtiere, die noch in Deutschland leben. Das größte noch in Deutschland heimische Raubtier ist aber der Mensch. Wenn wir mal ein paar hundert Jahre zurück gucken dann sehen wir, dass die Wölfe in den Wäldern und Steppen Europas lebten. Der Mensch hingegen hat die freien Flächen als ertragreich für sich entdeckt und beansprucht diesen Lebensraum auf Kosten aller Tiere, dort leb(t)en.
Natürlich gabs da ab und an Konflikte, denn der Wolf mag gern, was der Mensch auch gern isst: Fleisch. Und da fühlte sich der Mensch von je her existenzbedroht. Dass der Mensch dem Wolf den Lebensraum weggenommen hat indem immer mehr Wälder gerodet wurden, in dem er immer mehr Rotwild gejagt hat, das wird gern vergessen oder verschwiegen. Erwähnt wird nur, dass der Wolf des Menschen Schafe und Ziegen erlegt.

Jetzt kommt der Wolf zurück und siehe da, er paart sich auch noch mit freilaufenden Haushunden. Große Diskussionen zwischen Tierschützern und Artenschützern starten und die Diskussion, die Wölfe doch gleich komplett zum Abschuss freizugeben, kocht erneut hoch.
Ganz ehrlich: Wolfshunde gabs seit der Mensch den Wolf zum Haushund machte. Selbst in meinem Heimatdorf gabs eine alte Hündin die einen Wolf als Elternteil hatte und die älteren unter uns werden sich erinnern, dass wir schon 2003 in Sachsen den Fall einer Wolfs-Hund-Hybriden-Familie hatten und ich bin mir sicher, dass es da noch mehr gibt. Natürlich ist das blöd, Wolfshybriden gelten als schwer einschätzbar weil sie eine andere Körpersprache nutzen als ihre Elternteile.

In anderen Ländern wurden schon vor vielen Jahren bewusst 
diese Mischungen gezüchtet und sie sind teilweise sogar vom FCI anerkannt
Das darf man jetzt finden wie man will, man sollte es nur wissen, 
wenn man sich in eine Diskussion begibt. 
Die einen sind halt gezielt gezüchtet, 
die anderen eine Verpaarung aus dem frechen
ausgebüxten Rauhaardackel von Oma Erna. 
Das sieht halt einfach scheiße aus.

Meiner Meinung nach werden wir diese ungeplanten Verpaarungen nicht verhindern können. Es ist utopisch anzunehmen, dass man den Wolf wieder in Deutschland integrieren kann, ohne dass auch dieser sich an die Lebensbedingungen anpasst, die heute herrschen. Deswegen täten wir Menschen gut daran, den Wolf wie er sich jetzt verhält und wie er sich entwickelt zu studieren um ein möglichst friedliches Nebeneinanderleben mit den Menschen zu ermöglichen, statt zu versuchen, die Hybriden aus der freien Wildbahn zu entfernen. Wir haben nicht mehr 1800, wir haben 2017. Auch 1800 haben sich Wölfe mit Hunden verpaart und wenn wir jetzt die Mischlinge abschießen oder rausfangen, dann schieben wir nur auf was unvermeidbar ist. Es werden neue Rassen, neue Wildtiere entstehen, der Wolf MUSS und WIRD sich anpassen um zu überleben und er tut es auf diese Weise. Verhindern kann man es nur wenn man verhindern kann, dass Haushunde frei laufen.
Selbst wenn man es von heute auf morgen könnte 
- dafür ist es zu spät
Wir Menschen haben Wälder gerodet und sie so weit kultiviert, dass mit den Urwäldern von früher nichts mehr gemein haben. Mal nicht in Deutschland. Wir erlauben Jägern, die Bestände an Rot- und Schwarzwild zu kontrollieren und zu regulieren. Und wir wissen: das macht denen Spaß. Weil es in den Genen der Menschen liegt, zu jagen. Wir erinnern uns an die 5./6. Klasse: Jäger und Sammler. Es gibt Jäger, die sehen die Rückkehr des Wolfes entspannt, die sagen, dass er hierher gehört und die erfreuen sich daran, dass sich das ein oder andere wieder ins Gleichgewicht begeben wird, so wie es auch in anderen Ländern schon passiert ist. Andere sind strikte Wolfsgegner und wenn man sie fragt, warum, dann sagen sie, dass der Wolf ja das Wild frisst und dass dann alles so schwer regulierbar sei...
Man könnte jetzt eine Diskussion beginnen, ob der Abschuss von Tieren überhaupt mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist aber erfahrungsgemäß sind Jäger da genau so begeistert von, wie davon, dass der Wolf ihnen das Rotwild wegfrisst.

Das andere Thema, was immer wieder hoch kocht, ist das Leid der Nutztierhalter. Hier besonders das der Schäfer. Auch ich sehe, dass es mächtig scheiße ist, wenn die Schafe gerissen werden, wenn die Einnahmequelle weg fällt. Die Reparationsleistungen der Regierung decken offenbar nicht die ganzen Verluste. Ich sehe das Problem. Ich sehe aber nicht, dass uns Jammern und die Grundsatzdiskussion Wolf Ja oder Nein weiter bringen. Ich frage mich, warum die Nutztierhalter nicht nach Lösungen suchen, mit dem Wolf in Einklang zu leben. Es kann funktionieren wenn man die Scheuklappen ablegt und kein Schäfer kann mir erzählen, er hätte noch nichts von Herdenschutzhunden oder Eseln und Alpakas zum Herdenschutz gehört. Mich würde mal interessieren, warum sie es nicht versuchen? Oder wenn sie es versucht haben, wie ihre Erfahrungen sind. Vielleicht ist es das, was mich im Unverständnis immer den Kopf schütteln lässt, denn selbst wenn ich suche, finde ich nur zwei Arten von Berichten: die einen sind die, die zufriedene Herdenschutzhundhalter sind und die anderen sind die, die jammern, dass der Wolf durch ihre Zäune gegangen ist, die aber dann nur sagen und schreiben, wie unwirtschaftlich die Schafhaltung durch den Wolf geworden ist. Die Maßnahmen der Regierung hinken tatsächlich, subventioniert werden Zäune die offenbar nichts bringen und subventioniert werden ganz bestimmte Herdenschutzhundrassen aus Gebrauchslinien, dann aber nur mit Sachkundenachweis.* An der Stelle haben dann wieder viele ein Mimimi, allerdings bringt es tatsächlich herzlich wenig, einen Tierheimkangal mit einer Schafherde zu vergesellschaften.

Der Wolf kehrt nach Deutschland zurück und das schon geraume Zeit. Ich persönlich begrüße das und ich sehe, dass ich meine persönliche Freiheit unter Umständen einschränken oder anpassen muss, um nicht in Konflikt mit dem Wolf zu kommen. Im Zweifel hat er die älteren Rechte und im Zweifel habe ich, als zu den Menschen gehörende, seinen Lebensraum zu meinem Vorteil verändert. Da alles im Leben nach Gleichgewicht strebt, pendelt die Waage dann natürlich auch mal zum Nachteil. Da alles im Leben einem steten Wandel unterzogen ist, steht die Waage niemals still.

*) Dazu schreibe ich noch mal gesondert was, 
das würde hier den Rahmen sprengen. 

PS.: diese Seite fasst viele Informationen sehr gut zusammen, Leseempfehlung! 

Mittwoch, 1. November 2017

Dankbarkeit

Es ist Feiertag, kurz vor neun, mein Hals kratzt, ich bin müde und die Nerven bei uns beiden liegen blank. Herr Zimmermann muss mir helfen, der kann mit Behördendeutsch deutlich besser umgehen als ich also kämpft er sich unermüdlich durch meinen Papierkrieg und in den Momenten in denen ich mit den Gedanken nicht mitten in den Zahlen stecke, ärgere ich mich dass es so kalt ist, dass mein Hals zu kratzen beginnt, denn eigentlich wäre mir danach, meine Dankbarkeit oral auszudrücken.
Herr Zimmermann kommentiert mein Halsweh-Mimimi dann auch mit "da brauchts eine Eiweiskur"

<3

Dienstag, 24. Oktober 2017

On-Off-Beziehung

Lang hat sich keiner für sie interessiert.
Sie war schon geraume Zeit schwierig im Umgang, hatte Macken entwickelt.
Aber meine Art anderen schnell zu verzeihen, ihnen nicht lange böse zu sein, scheint ansteckend und so gaben Herr Zimmermann und ich ihr noch eine Chance, schließlich hatte sie das Potential, uns richtig heiß zu machen.

Aber unsere Beziehung war getrübt von ihren Macken. Sie kann scheinbar nicht genießen, dass wir uns liebevoll um sie bemühten.


Mal sehen ob sie noch eine Chance bekommt.

Donnerstag, 19. Oktober 2017

'schwerd alt

au weia, jetzt jammert sie wieder auf hohem Niveau.

Jau, tut sie.

Vor gerade mal zwei Wochen habe ich Geburtstag gehabt, noch immer steht keine 4 vornedran und trotzdem jammere ich.

Beim Soulweepr gibts nämlich heute einen Gratisflashback in meine Kindheit und obwohl ich vermutlich alle Folgen mehrmals gesehen habe, hätte ich keine seiner Fragen aus dem Stehgreif beantworten können. Weil ich total vergesslich bin.*
Das hat ja auch Vorteile, ich bin zB nur selten nachtragend. Da muss man schon so richtig scheiße bauen, dass ich jemandem langfristig böse bin.

Eine andere "Altersbaustelle" hat sich gerade erledigt, das ist doch auch mal was feines:
Seit einigen Monaten hatte ich immer wenn ich das linke Bein angehoben habe um zum Beispiel aus der Hose zu steigen, ein Brizzeln an einer Stelle im Oberschenkel, wie ein Stromschlag. Dass da was nervliches nicht ganz in Ordnung ist, war klar. Mit der Zeit wurde die kleine punktuelle Stelle immer größer und das Brizzeln war nicht mehr auf einem Punkt sondern es brizzelte strangförmig auf etwa 15 Zentimeter. Ich habe versucht den Nerv zu stimulieren, ihm was zu tun zu geben aber das änderte nichts. Ich traf meinen Lieblingsprofessor und da es thematisch passte, fragte ich ihn ob er eine Idee hätte nachdem ich das Problem beschrieb. Er fragte nur "hatten Sie als Kind Windpocken?" und mein Gesichtsausdruck muss extrem überrascht gewesen sein. Wahrheitsgemäß antwortete ich, dass ich das nicht wisse aber als Jugendliche hatte ich eine Gürtelrose. Er sagte nur "Bingo, Sie haben eine Langzeitfolge davon. Einmal im Leben das Virus abbekommen, kann es ein Leben lang Probleme machen, Ihres ist typisch." dann folgte eine Anweisung was ich wo kaufen solle und wie ich es einnehmen bzw anwenden solle, zwei Minuten später war ich leicht verdattert wieder allein. Aber: Wenn DIESER Professor einem einen so genauen Rat gibt, dann hält man sich da gefälligst dran und drei Tage später hatte ich die widerlichsten Tabletten da, die man lutschen sollte. Das habe ich genau einmal gemacht, dann gelesen dass man es auch mit viel Wasser schlucken darf und schon am zweiten Einnametag merkte ich, wie meine Neuralgie besser wurde. Inzwischen ist das Problem nahezu weg, nur das Schmerzgedächtnis erwartet beim Bein hochheben noch das altbekannte Brizzeln. Das war also doch keine Altersbaustelle :-)

Eine andere ist es dafür umso mehr.
Seit Juli merke ich, wie meine Augen schlechter werden. Diesmal beim Lesen. Zunächst einmal habe ich eine neue Brille bekommen als ich Schwierigkeiten hatte, die Beamerpräsentationen zu entziffern. Meine Kurzsichtigkeit war noch mal ein Deutliches schlechter geworden, um 0,5 Dioptrien je Seite.
In die Ferne sehe ich jetzt gut, würde ich behaupten aber das Lesen auf normalen Lesedistanzen ist anstrengender geworden. Es geht noch alles aber ich mache mir jetzt öfter mal ein Licht mehr an als Herr Zimmermann für nötig hält. Auch ist mir eine 70%ige Exceltabelle zu klein geworde , 85% sollten es schon mindestens sein wenn 100% schon so die Übersichtlichkeit schmälern.
Ein Freund sagte, bei ihm sei das auch sehr schlagartig gekommen, binnen ein bis zwei Monaten sind seine Augen so arg schlechter geworden, dass er Angst hatte, eine rasante Augenerkrankung lasse ihn gerade erblinden. Und am Ende wars nur die Altersweitsicht.
Zwischen ihm und mir gibts nur noch einen Unterschied: er war zehn bis zwölf Jahre älter, als es los ging. Aber gut, vielleicht habe ich ja noch zehn Jahre bis ich dann eine Lesebrille brauche. Noch gehts so.

Jetzt werde ich meinen alten, gebrechlichen Anfangdreißigerkörper aufs Sofa schleppen, einen Obstbecher auf den Schoß und den Abend gemütlich mit einem Script ausklingen lassen.

*Rain: dich habe ich nicht vergessen, 
ich habe es noch nicht zur Post geschafft. 
Schande über mich.