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Mittwoch, 19. Dezember 2018

Plastik, global und im Einzelnen

Mein eigener Plastikverzicht läuft einigermaßen. Ich mache meinen Joghurt selbst und erfreue mich daran, wie gut er wird und wie wenig Aufwand das ist. Der tollste Mann von allen unterstützt mich dabei indem er hübsche Marmeladengläser kauft, die dann zu Joghurtgläsern werden. Das Auge isst schließlich mit.

Parallel kriegt in Brüssel mal jemand den A....llerwertesten hoch und verbietet, was lange überfällig war. Einwegplastik. Also: Trinkhalme, Teller, Besteck, Luftballonstäbe, Rührstäbchen, Wattestäbchen und Verpackungen aus aufgeschäumtem Polystyrol.
Außerdem wird „oxo-abbaubares Plastik“ verboten, ein Material mit Metallbeimischung, das zum Beispiel für dünne Beutel und Verpackungen verwendet wird und im Müll in kleinste Mikroteilchen zerfällt. 

Was wird denn eigentlich aus dem Plastik, was zB Getränkesixpacks zusammenhält. Corona macht es vor, hat aber auch in Deutschland seine Sixpacks schon im Karton angeboten aber wie ist das mit den Einwegplastikflaschen, auf die in Deutschland im Moment 25 cent Pfand sind? Oder sollen die ganz aus dem Verkauf verschwinden?

Außerdem soll Wasser aus Plastikflaschen reduziert werden indem unter anderem mehr öffentliche Trinkbrunnen angeboten werden. Ich wundere mich da ein bisschen, denn in den meisten Städten habe ich Brunnen entdeckt, die Trinkfasser führten. Es ist halt nicht immer das moderne, sterile Teil mit großem Schild darüber, was auf das Trinkwasser hinweist. Manchmal ist es ein Brunnen, an dem man bisher nur die Augen erfreut hat und von dem man nicht erwartet, dass er Trinkwasser führt.
Für Stuttgart gibts hier eine Fotostrecke der Trinkwasserbrunnen und mindestens einer ist da gar nicht drauf: vor dem alten Schloss, am Taxistand steht eine eher unauffällige Säule mit Trinkwasser in bequem zu erreichender Höhe. Und unten gibts eine Aussparung, wo auch die Hunde draus trinken können. Auch für Berlin gibts eine Karte, auf der man den nächsten Trinkwasserbrunnen finden kann. Eigentlich muss man nur "Trinkwasser Brunnen [Stadt]" bei Google eingeben, schon findet man was man braucht.
Für all jene, die es modern brauchen gibts aber hier noch eine bundesweite Auflistung von öffentlichen Trinkwasserstellen samt Karte und wem das nicht genug ist, dem wird da auch eine App geboten.

Meines Wissens nach kann man überall dort Trinkwasser zapfen, wo KEIN Schild steht mit der Aufschrift "kein Trinkwasser" - ich kenne Leute, die sich ihre Wasserflaschen einfach am Waschbecken öffentlicher Toiletten auffüllen. 

Aber wo rein füllen? Einwegplastik hat zwar irgendwie jeder rumliegen aber das ist halt bäh, hält nicht lange und sollte auch nicht wiederbefüllt werden, sonst gelangen da doch Schadstoffe ins Wasser. Mehrwegplastik ist auch nicht viel besser.

Bleibt nur Glas. Flaschen mit Aludeckeln, wie wir sie aus Sprudelkästen kennen, haben den Nachteil, dass die Deckel sich ab und an leicht überdrehen lassen. Dann sind sie unbrauchbar. 
Aber im Augenblick gibts für überschaubares Geld Glasflaschen mit Ploppverschluss in den Supermärkten. Gut, sie sind noch mit Glühwein gefüllt aber das sollte ja kein Problem sein, oder? 

Unterwegs finde ich Glas unpraktisch, vielerorts sind Glasflaschen ja sogar verboten. Da gibts dann Alu (aber achtung, die Beschichtung innen muss durchgehend sein und darf nicht beschädigt sein) oder Edelstahl. Da schleiche ich jetzt noch eine Weile drumherum, denn ich finde sie schön aber teuer. 

Ich begrüße, dass der Schritt in Richtung Nachhaltigkeit geht. Ich begrüße, dass die Menschen wieder ein bisschen mehr selbst denken müssen, dass sie nicht ohne nachzudenken einfach zu den Feuchttüchern greifen um ihrem Kinde den Hintern abzuputzen sondern dass sie wieder mehr zu Waschlappen greifen werden. Ich finde den Schritt zurück in eine Recyclingkultur, wie wir sie noch vor 100 Jahren hatten, sinnvoll. Damals hat man nicht halb so viel weg geworfen, man hat viel viel mehr wieder verwendet und weiter verarbeitet und da sollten wir wieder hin. Zu Materialien, die man oft verwenden kann ohne die Umwelt zu belasten. Natürlich ist es toll, wenn man einfach irgendwas nehmen und benutzen kann ohne nachzudenken. Es erleichtert die Arbeit ungemein. Aber was ist der Preis? 

Und wehe mir kommt jetzt einer mit "aber ich wohne nicht am Meer, mein Müll gelangt da nicht hin...
Wer es bis jetzt noch nicht mitbekommen hat, der darf jetzt noch die Rede der 15jährigen Greta Thunberg bei der Klimakonferenz ansehen, hier gibts auch deutsche Untertitel:
Man nehme sich bitte auch die 20 Minuten Zeit und sehe das Video, was Youtube direkt in den Anschluss gepackt hat mit einer Pressekonferenz, bei der Greta Thunberg zu Gast ist. Es ist nicht nur sehenswert sondern es regt zum Nach- und Umdenken an. Und das müssen wir, dringend.

Wir können gerne hier in den Kommentaren diskutieren, was jeder Einzelne von uns tun kann. Jeder hat Möglichkeiten etwas zu verändern und wenn es nur eine kleine Sache ist. Auch ich und ich freue mich, wenn mir jemand Dinge zeigt, die mir selbst noch nicht aufgefallen sind. 

Dienstag, 11. Dezember 2018

Von der Realität überholt

So ein Verwaltungsapparat ist langsam. Das wissen wir ja. Er muss auch dauernd mit Papier gefüttert werden und ist damit ökologisch betrachtet mindestens genauso schädlich wie ein Dieselmotor.

Aber dass ein Verwaltungsapparat so langsam und sperrig ist, hätte ich nicht gedacht.

Die Technik überrollt uns, entwickelt sich viel, VIEL schneller weiter als wir Paragraphen und Regeln aufstellen können und ja, es braucht Regeln für das ein oder andere. Aber vielleicht sollten wir die bestehenden Regeln einfach auf Elektrokleinfahrzeuge ausweiten, statt das Rad komplett neu zu erfinden? Vielleicht sollten wir die bestehenden Regeln nicht an Antriebsarten binden.

Wieso gibts nicht in den Städten einzelne Spuren? Also eine Autospur, für alles was 50km/h fahren darf, dann eine Spur für Radfahrer und alle, die 25 oder 30 km/h schaffen und einen Fußweg für Fußgänger und alle, die in Gehgeschwindigkeit unterwegs sind?
Kinder, und alle die nicht auf dem Gehweg unterwegs sind, unterliegen der Anschnall- und/oder Helmpflicht. Auf der Kleinfahrzeugspur gelten dann die gleiche Verkehrs- und Überholregeln wie für PKW: Mindestabstand muss eingehalten werden, ansonsten fährt man halt langsamer. Kennzeichen sollten alle Fahrer ab Strafmündigkeit bekommen, auch Radfahrer. Dann hört vielleicht das Rowdietum von Radfahrern mal auf. (ich bin selbst auch Radfahrerin und ich weiß, wie sehr sich auch Autofahrer anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber daneben benehmen, das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass man als Radfahrer alle Regeln missachten darf nur weil manche Autofahrer rücksichtslos sind.)
Alles was in eine Tüte passt oder die Größe eines Tretrollers hat, darf mit in Bus und Bahn, alles was so groß ist wie ein Fahrrad, kostet halt ein Kinderticket oder fährt auf eigenen Rädern heim, dafür hat es die ja.

Das Leben verändert sich, die Menschen verändern sich, wir können nicht stehen bleiben in der Planung und Entwicklung der Städte.
Ja, die Straßenbreite ist limitiert durch die Häuserschluchten, das ist mir durchaus klar. Und es gibt Straßen, da ist das nicht so schön umsetzbar wie das Bild, was ich oben male, da müssen alle die gleiche Fahrbahn benutzen. Aber dort wo eh gebaut wird, da könnte man Nägel mit Köpfen machen, statt erst irgendwelche Gesetze und Verordnungen erlassen zu müssen damit in 2 Jahren wieder alles für teuer Geld umgebaut werden muss. Unsere Städte und Länder haben kein Geld für nix, sind teils hochverschuldet. Aber dann bleibt so viel Geld liegen weil man erst noch einen Behördenapparat in die Gänge setzen muss.
(ich erlebte einmal wie ein neues Baugebiet erschlossen wurde,
die angrenzende Straße dahin wurde komplett neu angelegt.
Sehr schön, mit in Kopfsteinpflaster eingefassten, neu gepflanzten Bäumen,
 Mittelinseln und allem drum und dran.
Keine 2 Monate später wurde die wunderschöne, neue Straße aufgerissen,
denn das vor 6 Monaten erschlossene Baugebiet musste ja noch mit Wasser und Gas versorgt werden.
2 Monate später fiel den Planern ein, dass sie ja auch Strom gebrauchen könnten in den Häusern,
die da demnächst gebaut werden sollen und - ihr ahnt es schon, es dauerte keine 3 Monate,
da wurde die inzwischen 2 mal geflickte aber keine 9 Monate alte Straße erneut aufgerissen für Telefonkabel.
All das auf dem gleichen 5 Metern.
Das hätte man deutlich schneller und mit deutlich weniger Aufwand deutlich günstiger machen können.
Aber ich hab ja keine Ahnung von sowas,
deswegen werden da Menschen sehr gut bezahlt,
die am Schreibtisch sitzen und sowas planen und in die Wege leiten...)

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Wenn man keine Ahnung hat...

...einfach mal die Fresse halten.

Und wenn man miteinander redet, wohlwollend, wertschätzend, dann kann man viele Missverständnisse vermeiden.



Dienstag, 4. Dezember 2018

Advent Advent...

Auf so vielen Seiten laufen nun Schnee-Scripte. Es schneit und schneit und ja, ist ja schön. Ich mag ja Schnee. Wirklich. Aber diese Scripte klauen mir die Kapazitäten. Plötzlich passiert etwas, was sonst nicht mal passiert wenn man 2 Stunden Film am Stück guckt: der Lüfter springt an. Das nervt.

Liebe Webseitenbetreiber, könntet ihr das bitte optional machen? Ein kleiner Schiebeschalter oben inner Ecke würde mir reichen, echt.

PS.: Schnee ist nur dann schön, wenn er draußen ist und dort die Welt verzaubert.

Donnerstag, 29. November 2018

5 by 5 rule und Orgakram

Aus aktuellem Anlass habe ich noch mal rausgesucht, was ich irgendwann mal bei Herrn Soulweepr in einem Screenshotfriday gesehen habe:


Bei der Gelegenheit stolperte ich über diesen Satz:


und finde, da ist viel wahres dran.

Ich nehme mir mal vor, jeden Abend 5 Minuten lang meinen Tag zu reflektieren und die (5) Dinge/Momente/Begebenheiten aufzuschreiben, die mich zum Lächeln gebracht haben, die mir gut getan haben.

.....
Mein Kalender sagt auch, dass das sinnvoll ist:
ich habe mir für 2019 einen weekview Kalender (nein, für den Link kriege ich leider nix - warum eigentlich nicht?) gegönnt. Der wurde mir von mehreren Anwender(innen) empfohlen nachdem ich geschildert habe, was ich brauche und wo meine organisatorischen Probleme liegen.

Die Macher dieses Kalenders haben auch solche Reflektionen "eingebaut"
So gibt es eine Doppelseite für den Jahresrückblick, in dem man aber gerne schon während des Jahres positive Erfahrungen und negative Erfahrungen (was lerne ich daraus?) in den verschiedenen Bereichen des Lebens aufschreiben kann/soll.

Nachdem ich auf zeit.de den Prof geschlagen haben in diesem Quiz, bin ich guter Dinge, dass ich meine to do's mit dem Kalender besser strukturiert und erledigt kriege, denn man hat sich Gedanken gemacht, größere Aufgaben in kleine Arbeitspakete zu unterteilen und die (zeitlich) so organisieren dass man nicht die Tage vor Deadlines total überlastet und dann nix mehr fertig kriegt.

Schauen wir mal, ob der Kalender hält, was ich mir verspreche.

Mittwoch, 28. November 2018

Step 1 - Joghurt selbstgemacht

Der Wille Plastik zu reduzieren ist ja fein, man muss halt auch aus seiner Komfortzone raus und was ändern. Da muss ich mir durchaus an die eigene Nase fassen.

Inzwischen gehe ich mit sehr offenen Augen durch die Wohnung und mein Leben und betrachte alles was ich in der Hand habe bewusst "schau, schon wieder eine Verpackung, die verzichtbar gewesen wäre" denke ich dabei viel zu oft.

Allmorgendlich frühstücke ich ein obstlastiges Müsli mit Naturjoghurt. Laktosefrei.
Meine Erfahrungen mit einem Joghurtbereiter waren vor etlichen Jahren eher trüb. Ich habe es damals aufgeschrieben: das Ergebnis, obwohl nach Anleitung gemacht, war schleimig und fadenziehend.
Mir macht es nix, wenn der Joghurt flüssiger ist aber schleimig und fadenziehend ist halt nicht sonderlich appetitlich und so verkaufte ich den Joghurtbereiter auf dem Gebrauchtmarkt und schloss das Experiment ab.

Wird man älter, wird man mitnichten wunderlicher beim Essen aber man merkt, dass man auf das ein oder andere Bauchgrummeln verzichten kann, wenn man ein bisschen auf den Bauch hört. Bei mir war das mit Brot der Fall, was ich nicht gut als erste Mahlzeit des Tages vertrage. Also wurde es wieder Joghurt, mit Bananen drin, wahlweise noch einem anderen Obst, mit ungesüßtem Müsli oder Haferflocken und Chiasamen. Das schmeckt mir und bildet eine gute Basis.
So fielen über Monate etliche 500g-Plastikbecher Joghurt an, pro Woche 3-5 Becher mit Aludeckel und Plastikdeckel. Für je 59cent.
Gut, der Preis ist echt nicht hoch aber der Müll ist erheblich.

Also suchte ich nach Möglichkeiten, Joghurt selber zu machen und machte mir mal Gedanken die über die Anleitung eines Joghurtbereiters hinaus gehen.
So stand ich gestern am Herd, erhitzte etwas über einem Liter laktosefreie Milch (die mit 1,5% Fett) und als sie per Fingerprobe wärmer war als mein Körper, löffelte ich etwa 3 Esslöffel 3,5%-Joghurt hinein. Das verrührte ich eher länger als kürzer mit dem Schneebesen und füllte es dann in alte, saubere Marmeladengläser die ich vorher im Backofen vorgewärmt hatte. Der Backofen stand auf knapp unter 50 Grad und ich war mehr als unsicher, ob der nicht in Wahrheit höher heizt, man liest so einiges an Erfahrungsberichten im Netz.
Viele Hoffnungen machte ich mir eh nicht aufgrund der unterschiedlichen Fettgehalte und, die Erfahrungsberichte im Netz schwankten zwischen "toll gelungen" und "bäh" aber einen Versuch wars ja wert.
Die Deckel legte ich zwar auf aber ich schraubte die Gläser nicht fest zu und stellte die Gläser dann in den lauwarmen Ofen. Mit einem Holzlöffel hielt ich die Tür einen dünnen Spalt breit offen damit es nicht zu warm wird. Nach 3,5 Stunden schaltete ich den Ofen aus, nahm den Löffel raus und als ich 2 Stunden später heim kam, nahm ich die Gläser aus dem Ofen und ließ sie in der Küche auf Zimmertemperatur runter kühlen. Dann wanderten sie in den Kühlschrank und heute morgen gabs den ersten Versuch: der Joghurt ist besser als gekaufter, er ist stichfest. Das ist der gekaufte Laktosefreie nie. :-)
Om nom nom


So fällt der Müll für die Joghurtbecher schon mal weg. Ick freu mir!




Mittwoch, 21. November 2018

Was mich bewegt - Plastik

Seit über 10 Jahren möchte ich plastikfreier leben. Zumindest ist das der Zeitraum, wo ich mich bewusst dran erinnern kann, dass ich das will.
Mit der Zeit wurde meine Abneigung gegen Plastik immer größer und Pressemeldungen, wie das Mikroplastik im Stuhl des Menschen gefunden wurde oder dass wiedermal ein Wal mit vielen Kilo Plastik im Bauch angeschwemmt wurde, triggern das natürlich.

Ich bin den Medien dankbar, dass sie die Aufmerksamkeit drauf lenken und teils sogar Sondersendungen produzieren dazu.

In den letzten Tagen gehe ich bewusst mit offenen Augen durch die Wohnung und schaue, wo überall Plastik ist:

Schauen wir uns um:
der Schlüssel in meiner Hand ist aus Metall, ebenso der Schlüsselanhänger.
Die Schuhe sind aus "waterproofleder" mit "active-X-Futter"
Jacke - Kunstfasern.
Schal/Halstuch - teils teils
Hose - 85% Baumwolle, 15% Polyester
Unterwäsche - Polyzeugs, also auch Plastik, meine Socken haben immerhin einen recht großen Baumwollanteil

erstes Kleidungsfazit: Die Kunstfasern bieten ein mehr an Komfort, auf das ich ungern verzichten möchte bzw im Fall der Schuhe auch nicht kann.

Getränke für unterwegs stehen in PET-Einwegflaschen bereit. Das fuchst mich sehr. Auch wenn das PET-Recychling in Deutschland angeblich gut funktioniert, ist das etwas, was ich ändern möchte.

Zu Hause trinken wir aus Gläsern und schenken ein aus Glasflaschen, in denen wir selbst aufsprudeln. Auch wenn noch aus alten Zeiten Plastikbecher im Fundus sind, einige zB von Tupper sogar schon älter als ich selbst.
Kaffee kochen wir Plastikfrei und der Kaffeesatz landet auf dem Kompost. Einzig die Kaffeemühle, ein sehr sehr altes Modell, ist aus Plastik. Es ist so alt, damals haben die Hersteller noch nicht mit geplanter Obsoleszenz gearbeitet. Sollte sie irgendwann kaputt sein, wirds sie plastikfrei ersetzt. Die Kaffeebohnen sind in den bekannten Tüten, irgendein Plastik-Alu-Gemisch. Gibts da Alternativen?

Der Bürostuhl ist aus Kunststoff und Metall.
Computer, Drucker etc - müssen wir nicht drüber reden, oder? Ich glaube für diese Ökosünden gibts keinen Ersatz.
Stifte - zumeist aus Kunststoff.

Bettwäsche - Mikrofaser mag ich nicht, da schaue ich auf einen möglichst hohen Baumwollanteil. Auf unserem Bett ist Biberbettwäsche. Darüber liegt zu meiner Schande eine flauschig weiche Mikrofaserdecke, die ich mal geschenkt bekam vor Jahren.

Einkauf:
Milch in Tetrapacks. Wenn mir jemand sagt, wo ich laktosefreie Milch in Glasflaschen bekomme und das auch noch bezahlbar, bin ich dabei. bei ca 1 Liter pro Tag sollte ich aber nicht allzu weit fahren müssen, es bringt der Umwelt keinen nachhaltigen Effekt wenn ich für 10 Liter Milch pro Woche 50km fahren muss.
Ich werde mal schauen, obs in dem Milchautomaten, der neu im Eingang des Supermarktes steht, auch diese sog. A2-Milch gibt und die werde ich dann mal testen. Wenn die wirklich so verträglich ist, dann ist das prima. Wenn nicht, muss ich halt weiter warten bis die "echte" laktosefreie Milch in Glasflaschen verkauft wird.
Nudeln gibts glücklicherweise in Kartons, Kartoffeln sind im Supermarkt meist in dünnen Plastiknetzen.
Gemüse kaufe ich so gut es geht lose, Paprika allerdings sind oft im Plastikverpackten Ampelgebinde am günstigsten.
Die Plastiktüten um Salat und Bananen lasse ich weg. Bei Gurken hatte ich lange Glück, im Penny gabs die normalen Gurken unverpackt, die Biogurken hingegen waren in Plastik eingeschweißt. Also kaufte ich die ohne das lästige Kondom herum.
Wurst und Käse im Supermarkt sind eingeschweißt verpackt. 

Fassen wir zusammen:
Kauft man Obst, Gemüse, Wurst, Käse etc auf dem Markt oder im Gemüseladen, kriegt man sie lose. Zahlt aber oftmals mehr als im Supermarkt und man muss besser planen - Markt ist halt nicht jeden Tag.

Unverpacktläden gibts nicht überall. Wir haben einen in 25km Entfernung aber ohne Parkmöglichkeiten in der Nähe - mit dem Rad hinfahren ist keine Alternative und Öffis auf der Strecke ebenso wenig. Der Zeit- und Geldaufwand um dort einzukaufen rechnet sich selbst dann nicht wenn man es sich leisten kann, mehr auszugeben um auf Plastik zu verzichten.

Apropost Kondome: die sind auch aus Polyisopren (latexfrei) - aber sowohl Verzicht als auch Babys kommen nicht in Frage - also wieder etwas, wo der Kompromiss zugunsten des Plastiks ausfällt

Meine Brille besteht aus Kunststoff mit Metallscharnieren. Auf Kunststoffgläser möchte ich nicht mehr verzichten - sie sind leichter und bruchsicherer als Glas. Das ist bei einem Teil, bei dem ich auf guten Sitz und bequemen Tragekomfort angewiesen bin nicht diskutierbar.

Beim Kleiderneukauf kann ich drauf achten, dass ich mit geringem Kunstfaseranteil kaufe und vor allem - ohne Plastiktüten drum herum. Ich kaufe dann im Laden vor Ort, dann wird mir nicht alles in Plastiktüten gesendet - aber ich muss mit dem Wissen leben, dass der Klamottenladen alle Kleidungsstücke auch einzeln in Plastiktüten verpackt geliefert bekommt. Das heißt der Müll wird trotzdem produziert, er landet nur nicht bei mir.
Im Moment begegne ich dem Problem, indem ich einfach nix neues kaufe aber früher oder später ist alles mal verschlissen und muss ersetzt werden. Das angestrebte Nudistenleben kann ich in Deutschland nicht führen.

Getränke unterwegs: besonders im Sommer finde ich Wasser unverzichtbar. Ich habe überall eine Flasche dabei. Glas ist mir zu schwer und zu gefährlich, an vielen Orten ist es auch verboten, Glasflaschen mitzunehmen. Das ist also keine Option. Plastik möchte ich nicht mehr, also bleiben Metallflaschen. Alu mag ich nicht, bleibt Edelstahl. Da gibts inzwischen immer mehr Hersteller und manche verkaufen sogar plastikfreie Deckel auf ihren Flaschen - prima. Das steht also auf der "wer nicht weiß, was er mir schenken soll-Liste"
Kohlensäurehaltiges Wasser ist bei den Flaschen aber etwas schwieriger, sie scheinen dann nicht ganz dicht zu sein.
Und was, wenn ich unterwegs Saftschorle trinken will? Kaufe ich mir also Saft im Tetrapack oder in der Plastikflasche und mische es mir selbst an oder kaufe ich doch wieder die günstigen, fertig gemischten PET-Flaschen aus dem Discounter? Oder verzichte ich?

Auch ein Ersatz für den Coffee-to-go Becher ist noch nicht gefunden. Da gibts zwar welche aus Edelstahl oder auch aus Porzellan aber sie haben meist einen Kunststoffdeckel. Silikon geht auch nicht. Ich las unlängst, dass es auch Bambusdeckel auf solchen Bechern gibt - aber wo werden die hergestellt bzw deren Rohstoffe? Macht dieser Deckel die Reise um die Welt um meinen Kaffee zu bedeckeln? Ist es dann sinnvoll, einen solchen zu kaufen?
Klar kann ich meine 2 Kaffee am Tag auch zuhause in mich reinschütten aber gelegentlich klappt das halt nicht und dann bin ich jedesmal dankbar, wenn ich auf einen solchen Becher zurückgreifen kann.

Noch was zum Alltag:
Duschgel und Shampoo kommt in Flaschen daher. Ich bin auch echt dankbar, dass ich ein bezahlbares Shampoo gefunden habe, was zusammen mit meiner empfindlichen Haut funktioniert, sodass ich über Alternativen wie Trockenshampoo o.ä. bislang nicht nachdenke und diese Art des Verpackungsmülls in Kauf nehme.
Zahnbürste und Zahnpasta: ich nutze eine Ultraschallzahnbürste und möchte die auch nicht eintauschen gegen ein Modell aus Schweineborsten o.ä. - dafür bin ich zu überzeugt von der Sauberkeit die sie macht. Zahnpasta wäre austauschbar, gibts da Alternativen die nicht in Plastik verpackt sind?
Rasierer: aufgrund meiner ausgesprochen schlechten Augen nutze ich einen Mehrwegrasierer dessen Klingen hinter Gittern sind. Viele Tests mit Alternativen, u.a. vor Jahren mal der Test mit einem Rasierhobel waren nicht überzeugend. Wachsen lassen was man eh nur im Schwimmbad und der Sauna sieht ist keine Alternative für mich. Also müssen es wohl doch die Wegwerfklingen sein, denn schärfen (lassen) kann man die ja nicht.
Meine Haarbürste ist aus Plastik und erst dieses Jahr gekauft. Ich gestehe nicht nachgedacht zu haben - sie war im Angebot und ich brauchte eine neue. Darüber ärgere ich mich.
Zum Einkaufen nehme ich immer Klappbox/Korb oder die stabilen Mehrwegtaschen mit, die es u.a. bei dm für 1€ zu kaufen gibt. Die werden benutzt bis es nicht mehr geht, die Taschen sind sogar waschbar wenns sein muss. Tüten an der Kasse kaufe ich nie, eher lege ich den Einkauf lose in den Kofferraum und lade zuhause um in einen Korb um alles ins Haus zu tragen oder ich nehme einen leeren Karton im Supermarkt mit.

Ich stelle fest, dass ich an der ein oder anderen Stelle Plastik sparen kann.
Vor allem die PET-Flaschen sind mir ein Dorn im Augen und ich möchte für den nächsten Sommer eine andere Lösung haben.
Was Obst und Gemüse angeht, so werde ich beim nächsten Markttag mal die Preise vergleichen, ob ich bei Saisongemüse und Obst evtl sogar günstiger fahre, wenn ich nicht im Supermarkt kaufe.
Was die Milch betrifft, so bin ich bei der Recherche für diesen Post über die A2-Milch gestolpert und werde schauen, obs die hier gibt und wenn ja, ob ich sie vertrage. Sie würde um 1,30 pro Liter kosten (die laktosefreie im Discounter kostet 0,95/Liter) dafür wäre es aber ein regionaler Bauer dem ich was gutes täte und nicht einer großen Molkerei, die eh schon genug hat. Schauen wir mal.

Das, was einmal an Plastik im Haus ist, muss ich nicht dringend ersetzen. Was ersetzt werden muss/soll, sollte dann aber so plastikfrei wie möglich sein. Das betrifft vor allem die Dinge, von/aus denen ich esse und trinke.