Wer mich kennt, weiß, dass ich liebend gern rumblödel. Und dann gibt es Momente, da werde ich ganz Ernst.
So einer war, als ich das Video entdeckte, was ich gestern hier gepostet hatte.
Dear Daddy heißt es und ist ein Appell an die Männer, Frauen immer mit Respekt zu behandeln, sie nicht, auch nicht im Scherz Nutte, Schlampe oder Hure zu nennen.
Aber ist es damit getan? Reicht das um die Mädchen, um die Töchter, um die Frauen vor Gewalt zu beschützen?
Das Video provoziert und das ist auch gut so. Es regt zum Nachdenken an und in meinem Fall zum reflektieren.
Da fällt mir zum einen ein, dass dort auf dem Lande, wo ich aufgewachsen bin, die Jungs Ende der Neunziger uns Mädels nicht Nutte, Schlampe, Bitch oder wasweißich hinterher gerufen haben. Und ehrlich gesagt: das hätten sie bei mir mal wagen sollen... Ich hätte es mir nicht gefallen lassen.
Ich mag es heute noch nicht, so genannt zu werden. Und ich hatte durchaus Situationen im BDSM-Kontext wo ich so genannt wurde. Zu meiner Entgeisterung.
Aber es gab eben auch in meinem Leben eine Geschichte, wo Alkohol im Spiel war, wo ich nicht in der Lage war, mein Nein so durchzusetzen, dass ich da wirklich gut rausgekommen bin. Die langjährigen Leser werden sich erinnern. Nüchtern und von außen betrachtet ging alles gut. Für mich ist die Geschichte auch nach mehr als 15 Jahren noch ab und an da, wenn ich die Augen schließe. Selten. Sehr selten nur noch.
Es gibt in meinem Leben noch eine andere Geschichte, die so gut wie keiner weiß und wer weiß, vielleicht hilft mir ja auch hier, das aufschreiben...
Es war gegen 5 Uhr morgens, als ich aufwachte weil Jonas neben mir extremst unruhig schlief. Er träumte heftig, das merkte ich deutlich. Ich legte ihm meine Hand auf den Oberarm um ihn zu beruhigen, um ihm zu signalisieren dass ich da bin. Ein Sekundenbruchteil später spürte ich ein Krachen und hörte meinen eigenen Schrei. So habe ich noch nie im Leben geschrieen. Er hat mir im Schlaf seine Faust aufs Jochbein geschlagen. Mit Anlauf und verdammt gezielt. Scheiß ehemaliger Kampfsportler. Der Schlag hat gesessen, ich war zunächst nicht sicher, ob was gebrochen war. War es nicht. Durch meinen Schrei wurde er sofort wach und er entschuldigte sich tausendfach. Er hatte geträumt, dass ein anderer Mann da sei und mich anmacht. Im Traum hat er den anderen Mann geschlagen.
Natürlich tat es sauweh, natürlich war ich geschockt. Aber ich wusste, dass er wirklich geschlafen hatte, denn ich war ja wach und hatte ihn beobachtet. Seine Geschichte war glaubhaft, ich habe es ihm nicht übel nehmen können, er konnte ja nichts dafür.
Und wie ich mich bei diesen Gedanken so selbst beobachtete, merkte ich, wie schnell Opfer von Gewalt Ausreden und Erklärungen akzeptieren und auch selbst finden um das Handeln ihrer Partner zu rechtfertigen.
Jonas war übrigens einer, der nie eine Frau Schlampe, Hure oder Nutte nannte.
Deswegen denke ich, dass es nicht reicht, seinen Kindern ein gutes Vorbild zu sein und ihnen vorzuleben, dass man andere nicht mit Worten betitelt, die respektlos sind. Wenn ein Mann einer Frau in irgendeiner Art und Weise etwas antun möchte, dann wird er das tun, egal wie er erzogen wurde.
Ich möchte aber noch weiter gehen. Wir haben ein grundsätzliches Problem von respektlosem Verhalten. Ich behandle meine Mitmenschen so, wie ich selbst gerne behandelt werden möchte. Und da mache ich keinen Unterschied, ob ich mit der Kassiererin spreche, mit einem Fremden in der Bahn, mit dem Postboten, mit einem Freund oder mit meiner besseren Hälfte. Ich behandle sie alle respektvoll und freundlich.
In meinem Kollegenkreis sehe ich, dass das nicht überall der Fall ist. Da ist zum Beispiel eine Kollegin, die erst vor vier Monaten geheiratet hat und über ihren Mann manchmal schrecklich herzieht. Und jedesmal denke ich: nein, wenn der Punkt erreicht ist, wo ich SO über meinen Mann denke, dann muss ich mir grundsätzliche Gedanken machen, ob die Beziehung überhaupt funktioniert.
Es braucht im zwischenmenschlichen IMMER Respekt. Es braucht ein "möchte ich, dass mein Partner so mit mir redet oder sollte ich das, was mir gerade auf der Zunge liegt, vielleicht noch mal überdenken?" und wenn sich alle mit Respekt behandeln würden, hätten wir grundsätzlich weniger Gewalt, da bin ich sicher.
Meine Eltern hatten übrigens einen wichtigen Grundsatz:
Egal was sie von jemand hielten, vor uns Kindern wurde NIE schlecht über einen anderen Menschen geredet. Heute bin ich ihnen sehr dankbar dafür.
Nur für Erwachsene
Warnung - einige Inhalte sind nur für Personen, die 18 Jahre oder älter sind.
Freitag, 17. März 2017
Donnerstag, 16. März 2017
Mittwoch, 15. März 2017
7 days, one week (KW10)
Montag: Serverprobleme im Büro. Alle paar Minuten erschallt "könnt ihr auf den Server zugreifen?" und ebenso oft geht eine der Kolleginnen in den Serverraum um den Bluescreen in einen Bootscreen zu verwandeln.
Gartenmöbel, Fahrrad und Co müssen von der Terrasse durch die Wohnung in den Wintergarten getragen werden. Nun, dann werde ich eben keine Wäsche mehr im Wintergarten trocknen. Ein befreundeter Vermieter gibt mir den Rat, meinem Vermieter einen Brief zu schreiben und ihn auf ein paar Punkte hinzuweisen. Mit Hinweisen auf die entsprechenden Gesetzbücher.
Dienstag: während im Büro ein Serverupdate gefahren wird, ist Herr Zimmermann so lieb, mir den Brief an den Vermieter zu formulieren. Als ich aus dem Büro komme, hat mein Vermieter die restlichen Sachen, die ich noch nicht weg geräumt habe, im Vorgarten verteilt und die Rosenbögen aus dem Boden gerissen und auf die Wiese gelegt. Das wäre jetzt nicht nötig gewesen, die standen nicht über den Platten aber es ging sicher nie um die Platten. Apropos Platten, zwei Reihen Platten direkt am Haus haben sie liegen gelassen, alle anderen liegen zertrümmert im Container. Ich mache ein Foto und beschließe, den Brief auszudrucken.
Mittwoch: Das Serverupdate hat nix gebracht, die Kollegin geht zwischen 9 und 10 Uhr ein halbes Dutzend mal in den Serverraum bis der endlich rund läuft. Kurz vor Feierabend bekomme ich Angst vor dem, was mich zu Hause erwartet. Denn mein Vermieter hat den Brief noch nicht aus dem Kasten geholt als ich das Haus verließ. Inzwischen aber sicher. Ich habe Angst vor Kurzschlussreaktionen. Umso erstaunter war ich, als die Rosenbögen wieder standen und mein restliches Hab und Gut wieder auf der ehemaligen Terrasse stand. Halleluja.
Donnerstag: Chef sagt, er möchte nächste Woche mal meine Abläufe optimieren. Innerlich rolle ich mit den Augen. Es schüttet aus Eimern und ich brauche für eine kleine Fahrt durch die Innenstadt 15 Minuten, komme zu spät zu einem Termin. Egal, hat alles geklappt aber mein Abendtermin fällt der Müdigkeit zum Opfer.
Freitag: wer kam auf die Idee, um 8 Uhr einen Termin zwei Orte weiter auszumachen? Das ist ja Folter! Unterkaffeet und hungrig stehe ich püntlich und bester Laune auf dem Parkplatz und erfreue mich daran, dass ich eine Telefonflat habe und auch andere Menschen schon gute Laune haben vor dem Frühstück. Mein Termin klappt reibungslos und schon 10 Minuten später irre ich durch verschiedene Einbahnstraßen und bin nicht so ganz traurig, dass ich die Straßen dieses Ortes wohl nicht mehr auswendig lernen werde.
Samstag und Sonntag ist wieder Bildungszeit. Ich sitze von morgens bis abends im Seminarraum und erfreue mich an medizinischem Fachwissen.
Gartenmöbel, Fahrrad und Co müssen von der Terrasse durch die Wohnung in den Wintergarten getragen werden. Nun, dann werde ich eben keine Wäsche mehr im Wintergarten trocknen. Ein befreundeter Vermieter gibt mir den Rat, meinem Vermieter einen Brief zu schreiben und ihn auf ein paar Punkte hinzuweisen. Mit Hinweisen auf die entsprechenden Gesetzbücher.
Dienstag: während im Büro ein Serverupdate gefahren wird, ist Herr Zimmermann so lieb, mir den Brief an den Vermieter zu formulieren. Als ich aus dem Büro komme, hat mein Vermieter die restlichen Sachen, die ich noch nicht weg geräumt habe, im Vorgarten verteilt und die Rosenbögen aus dem Boden gerissen und auf die Wiese gelegt. Das wäre jetzt nicht nötig gewesen, die standen nicht über den Platten aber es ging sicher nie um die Platten. Apropos Platten, zwei Reihen Platten direkt am Haus haben sie liegen gelassen, alle anderen liegen zertrümmert im Container. Ich mache ein Foto und beschließe, den Brief auszudrucken.
Mittwoch: Das Serverupdate hat nix gebracht, die Kollegin geht zwischen 9 und 10 Uhr ein halbes Dutzend mal in den Serverraum bis der endlich rund läuft. Kurz vor Feierabend bekomme ich Angst vor dem, was mich zu Hause erwartet. Denn mein Vermieter hat den Brief noch nicht aus dem Kasten geholt als ich das Haus verließ. Inzwischen aber sicher. Ich habe Angst vor Kurzschlussreaktionen. Umso erstaunter war ich, als die Rosenbögen wieder standen und mein restliches Hab und Gut wieder auf der ehemaligen Terrasse stand. Halleluja.
Donnerstag: Chef sagt, er möchte nächste Woche mal meine Abläufe optimieren. Innerlich rolle ich mit den Augen. Es schüttet aus Eimern und ich brauche für eine kleine Fahrt durch die Innenstadt 15 Minuten, komme zu spät zu einem Termin. Egal, hat alles geklappt aber mein Abendtermin fällt der Müdigkeit zum Opfer.
Freitag: wer kam auf die Idee, um 8 Uhr einen Termin zwei Orte weiter auszumachen? Das ist ja Folter! Unterkaffeet und hungrig stehe ich püntlich und bester Laune auf dem Parkplatz und erfreue mich daran, dass ich eine Telefonflat habe und auch andere Menschen schon gute Laune haben vor dem Frühstück. Mein Termin klappt reibungslos und schon 10 Minuten später irre ich durch verschiedene Einbahnstraßen und bin nicht so ganz traurig, dass ich die Straßen dieses Ortes wohl nicht mehr auswendig lernen werde.
Samstag und Sonntag ist wieder Bildungszeit. Ich sitze von morgens bis abends im Seminarraum und erfreue mich an medizinischem Fachwissen.
Montag, 13. März 2017
Dienstag, 7. März 2017
Zweiter Streich
Dieses war der erste Streich, doch der Zweite folgt sogleich:
Nachdem es nicht klappte, wegen "Herrenbesuchen" irgendeine Reaktion meinerseits zu provozieren, war mir klar dass da irgendwann etwas hinterher kommt. Eigentlich dachte ich, ich kriege die Kündigung in den Briefkasten weil ich ja weder auf die Nachricht von neulich geantwortet habe noch meine "Herrenbesuche" eingestellt hatte.
Vermutlich hat ihnen jemand gesagt, dass die Vorgehensweise jetzt eher dumm war. Jedenfalls versuchten sie es jetzt anders. Kurz zur Vorgeschichte: Das Haus hat einen Vorgarten mit kleiner Terrasse die ich nutze und einen etwas größeren Garten hintenraus. Der ist Vermietersache. Nun zum blöden Part: der Vorgarten samt Terrasse wurde mir bei Mietbeginn mündlich überlassen. Das reichte mir, sie waren ja freundlich und ganz eifrig darin zu betonen, bei jeglichen Problemen miteinander zu reden, es ließe sich ja alles klären.
Letztes Jahr wollte man dann den Garten begradigen. Ein Hanggrundstück mit etwas abschüssiger Wiese. Nix wildes. Als sie erfuhren, was das Unterfangen kosten würde, nahmen sie Abstand und säten nur eine neue Wiese ein, die Alte war moosig. Das war auch der Zeitraum als er die Gartengeräte einschloss und ich nicht mehr Rasen mähen konnte. Das hatte ich bisher immer gemacht und zwar auf sein Bitten hin auch hinten. Von da an wurde die Kommunikation schwieriger aber man grüßte sich und es ging ganz okay.
Hinter meinem Wintergarten, der zum hinteren Garten raus geht, stand eine sehr große Koniferenhecke. Mein Vermieter fragte mich ob die weg könne, denn sie war so groß dass man sie nicht mehr schneiden konnte. Ich hatte es selbst versucht aber selbst ich, als größte Person im Haus kam mit der größten verfügbaren Leiter nicht ganz dran. Also besprachen wir, dass die Hecke weg könne wenn ich stattdessen eine andere bekäme oder irgendwas, was mir genau an der Stelle sowohl Schatten als auch Sichtschutz bescherte. Er stimmte zu, wollte noch am gleichen Tag neue Pflanzen bestellen.
Als nach zwei Wochen nix passiert ist, fragte ich nach. Er reagierte nicht. Als ich ihn endlich abpasste, es waren drei oder vier Wochen vergangen, meinte er, er hätte das ganz vergessen, wolle sich aber jetzt drum kümmern. Wieder eine Weile später sagte er, ich hätte ihn doch mal erinnern sollen, jetzt wollten sie was anderes machen. Und pflanzten Zucchini, Gurken und anderes Rankgewächs was leider weder Schatten noch Sichtschutz spendet. Ich bat darum, in das Markisengestänge eine Markise einziehen zu lassen. Er konterte, dass das mehrere tausend Euro kostete. Ich googelte, fand ein Tuch in passender Größe unter 400 Euro und seine Frau meinte daraufhin, das solle ich zahlen, es sei nicht ihre Sache. Nun, das sah ich anders, die Markise ist ja schließlich fest am Haus aber um Ärger zu vermeiden habe ich ein Sonnensegel gekauft und das in das Gestänge der Markise gehängt. (Es reichte nicht um Schatten zu spenden, der Wintergarten ist ein Treibhaus sobald Sonne drauf scheint).
Nun gut, ich nahm das also so hin, zahlte brav meine Miete und wir lebten halbwegs zufrieden nebeneinander her. Die Herrenbesuchsgeschichte ist etwas über zwei Wochen her, da klingelte es Sonntags nachmittags an meiner Tür. Mein Vermieter stand da und kaum machte ich auf, kam seine Frau dazu, piekste ihn in die Seite und sagte "Nun sags ihr schon"
Ich machs kurz: sie wollen ab Dienstag die Platten vor dem Haus, also meine Terrasse weg machen, also muss ich alles was drauf steht und drumherum ist weg tun, sonst entsorgen sie es. Mein Wintergarten ist ja dank zuviel Hitze eh eher Rumpelkammer denn nutzbar und jetzt kommt da alles rein. Alles. Und ich brauche mal schnell einen Spaten und Platz um wenigstens meine Beerenpflanzen zu retten, die ich letztes Jahr erst gepflanzt habe.
Nachdem es nicht klappte, wegen "Herrenbesuchen" irgendeine Reaktion meinerseits zu provozieren, war mir klar dass da irgendwann etwas hinterher kommt. Eigentlich dachte ich, ich kriege die Kündigung in den Briefkasten weil ich ja weder auf die Nachricht von neulich geantwortet habe noch meine "Herrenbesuche" eingestellt hatte.
Vermutlich hat ihnen jemand gesagt, dass die Vorgehensweise jetzt eher dumm war. Jedenfalls versuchten sie es jetzt anders. Kurz zur Vorgeschichte: Das Haus hat einen Vorgarten mit kleiner Terrasse die ich nutze und einen etwas größeren Garten hintenraus. Der ist Vermietersache. Nun zum blöden Part: der Vorgarten samt Terrasse wurde mir bei Mietbeginn mündlich überlassen. Das reichte mir, sie waren ja freundlich und ganz eifrig darin zu betonen, bei jeglichen Problemen miteinander zu reden, es ließe sich ja alles klären.
Letztes Jahr wollte man dann den Garten begradigen. Ein Hanggrundstück mit etwas abschüssiger Wiese. Nix wildes. Als sie erfuhren, was das Unterfangen kosten würde, nahmen sie Abstand und säten nur eine neue Wiese ein, die Alte war moosig. Das war auch der Zeitraum als er die Gartengeräte einschloss und ich nicht mehr Rasen mähen konnte. Das hatte ich bisher immer gemacht und zwar auf sein Bitten hin auch hinten. Von da an wurde die Kommunikation schwieriger aber man grüßte sich und es ging ganz okay.
Hinter meinem Wintergarten, der zum hinteren Garten raus geht, stand eine sehr große Koniferenhecke. Mein Vermieter fragte mich ob die weg könne, denn sie war so groß dass man sie nicht mehr schneiden konnte. Ich hatte es selbst versucht aber selbst ich, als größte Person im Haus kam mit der größten verfügbaren Leiter nicht ganz dran. Also besprachen wir, dass die Hecke weg könne wenn ich stattdessen eine andere bekäme oder irgendwas, was mir genau an der Stelle sowohl Schatten als auch Sichtschutz bescherte. Er stimmte zu, wollte noch am gleichen Tag neue Pflanzen bestellen.
Als nach zwei Wochen nix passiert ist, fragte ich nach. Er reagierte nicht. Als ich ihn endlich abpasste, es waren drei oder vier Wochen vergangen, meinte er, er hätte das ganz vergessen, wolle sich aber jetzt drum kümmern. Wieder eine Weile später sagte er, ich hätte ihn doch mal erinnern sollen, jetzt wollten sie was anderes machen. Und pflanzten Zucchini, Gurken und anderes Rankgewächs was leider weder Schatten noch Sichtschutz spendet. Ich bat darum, in das Markisengestänge eine Markise einziehen zu lassen. Er konterte, dass das mehrere tausend Euro kostete. Ich googelte, fand ein Tuch in passender Größe unter 400 Euro und seine Frau meinte daraufhin, das solle ich zahlen, es sei nicht ihre Sache. Nun, das sah ich anders, die Markise ist ja schließlich fest am Haus aber um Ärger zu vermeiden habe ich ein Sonnensegel gekauft und das in das Gestänge der Markise gehängt. (Es reichte nicht um Schatten zu spenden, der Wintergarten ist ein Treibhaus sobald Sonne drauf scheint).
Nun gut, ich nahm das also so hin, zahlte brav meine Miete und wir lebten halbwegs zufrieden nebeneinander her. Die Herrenbesuchsgeschichte ist etwas über zwei Wochen her, da klingelte es Sonntags nachmittags an meiner Tür. Mein Vermieter stand da und kaum machte ich auf, kam seine Frau dazu, piekste ihn in die Seite und sagte "Nun sags ihr schon"
Ich machs kurz: sie wollen ab Dienstag die Platten vor dem Haus, also meine Terrasse weg machen, also muss ich alles was drauf steht und drumherum ist weg tun, sonst entsorgen sie es. Mein Wintergarten ist ja dank zuviel Hitze eh eher Rumpelkammer denn nutzbar und jetzt kommt da alles rein. Alles. Und ich brauche mal schnell einen Spaten und Platz um wenigstens meine Beerenpflanzen zu retten, die ich letztes Jahr erst gepflanzt habe.
Sonntag, 5. März 2017
"Herrenbesuch"
Da denkst du an nichts böses, bekommste eine Whatsapp Nachricht vom Vermieter, der übrigens eine Treppe höher wohnt und täglich mehrmals an meiner Tür vorbei läuft. Aber gut, dann eben schriftlich. Macht ja auch mehr Spaß.
Ich zitiere das jetzt mal nicht, am Ende wirds noch gegen mich ausgelegt aber sinngemäß schreibt er das hier:
Aber gut, zerlegen wir das mal nach und nach:
Wir müssen Sie zum letzten Mal verwarnen - hätte es dafür nicht eine erste Verwarnung geben müssen? Und überhaupt erst mal eine Beschwerde über die Lautstärke oder sowas? Da war nie was vorher.
Sie können nicht so viele Männer nach Hause bringen [...] in 1,5 Jahren 10 Männer - da hätten wir meine Brüder, andere Familienmitglieder, alte Freunde die auf der Durchreise zu Besuch kommen und ähnliches. In den letzten 4 Monaten bis zu der Nachricht waren hier 3 verschiedene Männer zu Besuch, in der Zeit hatte ich vier Mal Sex in dieser Wohnung. Auf 4 Monate verteilt. Genau. Und die Zeit VOR November: August bis November Trauerphase um die Exbeziehung (kein Mann weit und breit) und davor war eine einjährige feste Beziehung ohne Männerwechsel, die mein Vermieter gut fand. Während dieser Beziehung hatte ich in dieser Wohnung mehrmals die Woche sehr lauten Sex. Nie gab es Beschwerden und wenn ich mich besorgt erkundigte weils selbst für meine Begriffe laut war, dann hieß es immer "alles gut, nix gehört". Wenn ich meinen Exfreund mitrechne, sind hier also in 1,5 Jahren bis zu dieser Nachricht vielleicht fünf Männer ein und aus gegangen. Zwei davon waren was festes, zwei davon gehören zum engsten Freundeskreis. Der Rest war Familie.
und so laut schreien, alle Nachbarn haben das gehört - ich habe es ja schon angedeutet. In der Beziehung wars laut. Da haben wir ab und an auch vergessen das Fenster zu schließen im Sommer. Einmal hat sich eine andere Nachbarin beschwert.... was heißt beschwert, wir hatten das Fenster vergessen und sie saß auf ihrer Terasse daneben und wollte mich ein paar Tage später nur drüber informieren, dass das Fenster offen war und ob ich es nächstes Mal bitte schließen könne. Ups! Seither bin ich deutlich leiser geworden.
Hier ist kein Puff - mein Lieblingsteil der Nachricht. Der Teil für den ich ihn vielleicht noch anzeigen werde, je nach dem wie er sich benimmt. Ich kann mit vielen Dingen leben aber nicht damit, dass man mir Prostitution nachsagt. Sollte er das wiederholen oder mir tatsächlich auf bescheuerte Art und Weise sehr bald die Kündigung reindrücken, gibts ne Anzeige.
Das ist ein Familienhaus, wir wollen keine weiteren Männer hier im Haus sehen - Joa. Also mal davon ab, dass dieser Herrenbesuchsparagraph schon ein paar Jahre abgeschafft ist - sagt er das dann auch dem jungen Mann der unter mir wohnt? Bei dem täglich mehrere Männer und auch junge Frauen ein und aus gehen? Der laut schreit, stöhnt und brüllt wenns bei seinen Computerspielen hoch her geht? Und der auch ab und an hörbaren Sex hat? Ich frag ja nur.
Ganz ehrlich - diese Nachricht hat mir den Tag versaut. Weil ich finde, dass ich echt eine umgängliche Mieterin bin. Ich zahle brav und pünktlich meine Miete, ich sehe über den ein oder anderen Mietmangel hinweg ohne gleich die Miete zu mindern. Und dann wirds mir so gedankt.
Ich habe keinen Nerv für so einen Kleinkrieg. Lange habe ich hin und her überlegt, ob und wenn ja was ich antworten soll. Die Beste hat mir schöne, deeskalative Vorschläge gemacht wie ich darauf antworten kann aber je mehr ich über diese Nachricht nachdachte, desto klarer wurde mir: dem gehts nicht um Deeskalation. Dem gehts darum, mich los zu werden. Seine eigene Wohnung ist zu klein für vier Personen, dort ist ein Baby im Anmarsch. Seit einem Jahr fehlt das zweite Einkommen bei denen aber das zweite Auto steht weiterhin vor der Tür und ist angemeldet. Es geht mich nichts an, die müssen damit glücklich werden aber er hat mir vor anderthalb Jahren schon gesagt, dass das Geld vorne und hinten nicht reiche und dass das Haus mehr verschlingt als es einbringt. Gut, das kommt jetzt drauf an welche Ansprüche man hat. Nicht reichen heißt bei denen, dass immernoch ein dreiwöchiger Urlaub pro Jahr drin ist, mehrmals die Woche Essen bei BK und eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Mein nicht reichen sieht da irgendwie anders aus aber was weiß ich schon.
Sie wollen meine Wohnung, dessen bin ich mir sicher. Wenn sie sie haben wollen um selbst einzuziehen (was Sinn macht denn sie ist geschickter aufgeteilt in Hinblick darauf, dass bei denen ein Baby unterwegs ist) dann könnten sie es einfacher haben und mich wegen Eigenbedarfs rauswerfen.
Wenn sie nur an meine Wohnung wollen, weil sie sie teurer vermieten wollen, dann ist das natürlich sehr dünnes Eis. Mal davon ab dass sie eh schon nicht die billigste am Markt ist, aber der Wohnungsmarkt gibt derzeit so wenig her, sie werden auch für eine höhere Miete jemanden finden.
Nichts desto trotz, ich will hier raus. Ich habe schon seit einem Jahr den Wohnungsmarkt im Blick weil die Wohnung zu klein ist. Aber jetzt entsteht ein gewisser Druck den ich nicht mag. Auch wenn ich eine Kündigung direkt anfechten werde, so ist entspanntes Wohnen mit so einem Vermieter unter einem Dach nicht möglich. Obwohl... wie mans nimmt. Er grüßt jetzt nicht mehr zurück, guckt mit halbverrenktem Hals in die andere Richtung wenn wir uns begegnen aber wenn er mich früh genug entdeckt, geht er tatsächlich eiligen Schrittes weg, versteckt sich (sic!) und wartet, bis ich aus dem Weg bin. Bei Whatsapp hat er mich jetzt geblockt. Zumindest ist kein Foto mehr zu sehen. Es ist also erstmal ruhig hier, sieht man davon ab, dass seine Frau, wenn ich ihr "Guten Morgen" sage, demonstrativ und mit Anlauf ihre Tür zuknallt. Ich habe so ein bisschen das Gefühl als würden die beiden wie im Kindergarten schmollend in der Ecke stehen weil er mich mit dem Schüppchen gehauen hat und ich dann nicht wie gewünscht reagiert habe aber den Gefallen mag ich ihnen nicht tun.
Seit der Nachricht habe ich allerdings noch einen Herrenbesuch empfangen. Aber er schrieb ja "einen Freund dürfen Sie haben."
Ich zitiere das jetzt mal nicht, am Ende wirds noch gegen mich ausgelegt aber sinngemäß schreibt er das hier:
Hallo Frau Laterne. Wir müssen Sie zum letzten Mal verwarnen. Sie können nicht so viele Männer nach Hause bringen und so laut schreien, alle Nachbarn haben das gehört. Hier ist kein Puff. Sie dürfen einen Freund haben aber nicht in 1,5 Jahren 10 Männer. bei Wiederholung müssen wir sie kündigen...Das ist ein Familie Haus. .Wir wollen keine weiteren Männer in unserem Haus sehen....Ich lese das. Ich lese das noch mal, ich lese das ein drittes mal und frage mich: Wer hat dem denn ins Hirn geschissen? Entschuldigt diese Ausdrucksweise aber in dem Moment war höflich aus.
Aber gut, zerlegen wir das mal nach und nach:
Wir müssen Sie zum letzten Mal verwarnen - hätte es dafür nicht eine erste Verwarnung geben müssen? Und überhaupt erst mal eine Beschwerde über die Lautstärke oder sowas? Da war nie was vorher.
Sie können nicht so viele Männer nach Hause bringen [...] in 1,5 Jahren 10 Männer - da hätten wir meine Brüder, andere Familienmitglieder, alte Freunde die auf der Durchreise zu Besuch kommen und ähnliches. In den letzten 4 Monaten bis zu der Nachricht waren hier 3 verschiedene Männer zu Besuch, in der Zeit hatte ich vier Mal Sex in dieser Wohnung. Auf 4 Monate verteilt. Genau. Und die Zeit VOR November: August bis November Trauerphase um die Exbeziehung (kein Mann weit und breit) und davor war eine einjährige feste Beziehung ohne Männerwechsel, die mein Vermieter gut fand. Während dieser Beziehung hatte ich in dieser Wohnung mehrmals die Woche sehr lauten Sex. Nie gab es Beschwerden und wenn ich mich besorgt erkundigte weils selbst für meine Begriffe laut war, dann hieß es immer "alles gut, nix gehört". Wenn ich meinen Exfreund mitrechne, sind hier also in 1,5 Jahren bis zu dieser Nachricht vielleicht fünf Männer ein und aus gegangen. Zwei davon waren was festes, zwei davon gehören zum engsten Freundeskreis. Der Rest war Familie.
und so laut schreien, alle Nachbarn haben das gehört - ich habe es ja schon angedeutet. In der Beziehung wars laut. Da haben wir ab und an auch vergessen das Fenster zu schließen im Sommer. Einmal hat sich eine andere Nachbarin beschwert.... was heißt beschwert, wir hatten das Fenster vergessen und sie saß auf ihrer Terasse daneben und wollte mich ein paar Tage später nur drüber informieren, dass das Fenster offen war und ob ich es nächstes Mal bitte schließen könne. Ups! Seither bin ich deutlich leiser geworden.
Hier ist kein Puff - mein Lieblingsteil der Nachricht. Der Teil für den ich ihn vielleicht noch anzeigen werde, je nach dem wie er sich benimmt. Ich kann mit vielen Dingen leben aber nicht damit, dass man mir Prostitution nachsagt. Sollte er das wiederholen oder mir tatsächlich auf bescheuerte Art und Weise sehr bald die Kündigung reindrücken, gibts ne Anzeige.
Das ist ein Familienhaus, wir wollen keine weiteren Männer hier im Haus sehen - Joa. Also mal davon ab, dass dieser Herrenbesuchsparagraph schon ein paar Jahre abgeschafft ist - sagt er das dann auch dem jungen Mann der unter mir wohnt? Bei dem täglich mehrere Männer und auch junge Frauen ein und aus gehen? Der laut schreit, stöhnt und brüllt wenns bei seinen Computerspielen hoch her geht? Und der auch ab und an hörbaren Sex hat? Ich frag ja nur.
Ganz ehrlich - diese Nachricht hat mir den Tag versaut. Weil ich finde, dass ich echt eine umgängliche Mieterin bin. Ich zahle brav und pünktlich meine Miete, ich sehe über den ein oder anderen Mietmangel hinweg ohne gleich die Miete zu mindern. Und dann wirds mir so gedankt.
Ich habe keinen Nerv für so einen Kleinkrieg. Lange habe ich hin und her überlegt, ob und wenn ja was ich antworten soll. Die Beste hat mir schöne, deeskalative Vorschläge gemacht wie ich darauf antworten kann aber je mehr ich über diese Nachricht nachdachte, desto klarer wurde mir: dem gehts nicht um Deeskalation. Dem gehts darum, mich los zu werden. Seine eigene Wohnung ist zu klein für vier Personen, dort ist ein Baby im Anmarsch. Seit einem Jahr fehlt das zweite Einkommen bei denen aber das zweite Auto steht weiterhin vor der Tür und ist angemeldet. Es geht mich nichts an, die müssen damit glücklich werden aber er hat mir vor anderthalb Jahren schon gesagt, dass das Geld vorne und hinten nicht reiche und dass das Haus mehr verschlingt als es einbringt. Gut, das kommt jetzt drauf an welche Ansprüche man hat. Nicht reichen heißt bei denen, dass immernoch ein dreiwöchiger Urlaub pro Jahr drin ist, mehrmals die Woche Essen bei BK und eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Mein nicht reichen sieht da irgendwie anders aus aber was weiß ich schon.
Sie wollen meine Wohnung, dessen bin ich mir sicher. Wenn sie sie haben wollen um selbst einzuziehen (was Sinn macht denn sie ist geschickter aufgeteilt in Hinblick darauf, dass bei denen ein Baby unterwegs ist) dann könnten sie es einfacher haben und mich wegen Eigenbedarfs rauswerfen.
Wenn sie nur an meine Wohnung wollen, weil sie sie teurer vermieten wollen, dann ist das natürlich sehr dünnes Eis. Mal davon ab dass sie eh schon nicht die billigste am Markt ist, aber der Wohnungsmarkt gibt derzeit so wenig her, sie werden auch für eine höhere Miete jemanden finden.
Nichts desto trotz, ich will hier raus. Ich habe schon seit einem Jahr den Wohnungsmarkt im Blick weil die Wohnung zu klein ist. Aber jetzt entsteht ein gewisser Druck den ich nicht mag. Auch wenn ich eine Kündigung direkt anfechten werde, so ist entspanntes Wohnen mit so einem Vermieter unter einem Dach nicht möglich. Obwohl... wie mans nimmt. Er grüßt jetzt nicht mehr zurück, guckt mit halbverrenktem Hals in die andere Richtung wenn wir uns begegnen aber wenn er mich früh genug entdeckt, geht er tatsächlich eiligen Schrittes weg, versteckt sich (sic!) und wartet, bis ich aus dem Weg bin. Bei Whatsapp hat er mich jetzt geblockt. Zumindest ist kein Foto mehr zu sehen. Es ist also erstmal ruhig hier, sieht man davon ab, dass seine Frau, wenn ich ihr "Guten Morgen" sage, demonstrativ und mit Anlauf ihre Tür zuknallt. Ich habe so ein bisschen das Gefühl als würden die beiden wie im Kindergarten schmollend in der Ecke stehen weil er mich mit dem Schüppchen gehauen hat und ich dann nicht wie gewünscht reagiert habe aber den Gefallen mag ich ihnen nicht tun.
Seit der Nachricht habe ich allerdings noch einen Herrenbesuch empfangen. Aber er schrieb ja "einen Freund dürfen Sie haben."
Samstag, 4. März 2017
Gedankenfetzen
Die Vögel zwitschern wieder morgens. Hoffnung und Wärme ziehen ins Herz. *** Das Auto möchte lieber Autobahn fahren, behauptet zumindest das Steuergerät und führt auch dann fleißig Gas zu wenn der Fuß weit entfernt vom Gaspedal ist. Außerdem brauchts in diesem Frühjahr einen Ölwechsel und einen neuen Reifen. *** Suche Performance-Ideen für den Geburtstag von Muttern, je lauter das Lachen desto gut *** totale Ideenlosigkeit im Kopf *** die innere Ruhelosigkeit ist seit einigen Tagen einer wunderbaren Ruhe gewichen *** Erkenntnis des Tages: wenn man in der Mittagspause nicht rumsitzt sondern um den Block läuft, geht alles irgendwie besser ***Auch die letzten Stunden bis zum Feierabend *** Human (deluxe), das Album von Rag'n'Bone Man läuft zur Zeit rauf und runter bei mir. Mal was anderes zum hören aber es erdet unglaublich *** Vermieter sind doof wenn sie im gleichen Haus wohnen *** Megadoof *** Dass ich irgendwann noch mal meine SMS-Flatrate schätzen weiß, hätte ich auch nicht mehr gedacht *** Erste Hilfe Kurse für Groß- und Kleintiere sind genau dann nützlich und hilfreich, wenn man etwa drei Hände frei hat um leicht verletztes Kaninchen auch zu fixieren um es überhaupt untersuchen zu können. *** Warum habe ich damals alle Umzugskartons weg gegeben? Blöder Vermieter! *** Wer hat die Sonne weg getan? Gestern war sie doch noch da? *** Ach, im Herzen ist sie. Da gehört sie auch hin. *** Meine Ohren haben inzwischen Abdrücke vom Headset und wer hätte gedacht, dass man locker sieben bis acht Stunden an einem Tag telefonieren kann? Und dass einem auch nach stundenlangen Telefonaten nicht die Themen ausgehen? Und dass selbst ein Schweigen in der Leitung nicht unangenehm ist sondern nur wohliges seufzen produziert? *** Jaaa, ist ja gut, die Laterne ist verliebt. Da ist jetzt eh schon der letzte drauf gekommen. Also genießen wir das doch alle mal. Ja? Danke! ;-)
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