Nur für Erwachsene

Warnung - einige Inhalte sind nur für Personen, die 18 Jahre oder älter sind.

Freitag, 31. März 2017

Mittags im Bankenviertel

Die Sonne scheint vom wolkenlos blauen Himmel, die Bäume, die vor zwei Wochen noch nackt waren, blühen jetzt im strahlenden rosa-weiß, der Wind treibt Blütenblätter vor sich her.

Es ist das Bankenviertel der Landeshauptstadt und gerade haben sie alle Mittagspause. Die Anzugträger. Sie tragen alle graue oder schwarze Anzüge, weiße oder hellblaue Hemden. Nur die, die auf der Karriereleiter schon etwas höher geklettert sind, leisten sich vielleicht mal eine dezente Jeans und ein frühlingsfarben gestreiftes Hemd. Zwischen all den Anzug- und Kostümträgern, zwischen den ordentlichen Frisuren und den ernsten Blicken läuft eine Frau dem Strom der Anzugträger entgegen. Die Sonne scheint ihr ins Gesicht, der Wind kommt von vorn und spielt mit ihren langen Haaren. Sie hat ein Lächeln im Gesicht. So eines, das von tief innen kommt und sie strahlt mit der Sonne um die Wette. Die Anzugträger sehen sie, sie passt nicht hier her aber sie strahlt so sehr, dass sie den Blick nicht abwenden können. In ihren Blicken ist neben Arbeitsstress und Sorge viel Sehnsucht und Neid. In ihrem Blick die pure Freude am Leben.

Mittwoch, 29. März 2017

Montag, 27. März 2017

50 Shades of dingsda - eine Rezension

Ich habs versucht, wirklich. Ich habe den Film angefangen. Den ersten Teil. Aber als sich nach einer halben Stunde die Möglichkeit einer Telko auftat, war ich mehr als dankbar. Christian Gray war schlecht gecastet, Annas Potential war ausbaufähig und auch ansonsten hat es mich nicht gefesselt.

Aber von vorne: 50SoG ist ja nun ein alter Hut. Vor ein paar Jahren gehyped als das Buch raus kam aber viele Menschen sind dann doch zu faul die sinngebende Reihenfolge der Buchstaben eines dreibändigen Buches im Kopf in einen zusammenhängenden Text zu verwandeln und warten auf den Film.

Nicht so die Frau Laterne, die das Buch als auf Englisch vor einigen Jahren ungefragt geschenkt bekam und zu dem Zeitpunkt tatsächlich sowas wie Zeit zum Lesen hatte und alles verschlang, was ihr zwischen die Finger kam.

Dazu gehörte übrigens auch Twilight obwohl ich eigentlich dafür schon zu alt war. Aber das ist mir ja egal, ich lese ja auch nach wie vor gerne Harry Potter zum icksten Male.
Das war übrigens der Moment,
 als ich das erste Mal ernsthaft über Trennung nachdachte,
 als Ex meinte "wenn du noch einmal Harry Potter liest, verbrenne ich die Bücher" 
es war ja nicht so, als hätte ich laut gelesen... o_O 
Als ich 50SoG so las, dachte ich noch, dass es da erstaunlich viele Parallelen gibt zu Twilight. Junges, unschuldiges, unfähiges, mittelloses Mädchen lernt reichen, mächtigen Typen kennen. Kann nicht die Finger von ihm lassen, woher auch, ist ja auch der Erste, kann sich benehmen wie ein Gentleman und legt ihr die Welt zu Füßen. Es kommt zu Eifersüchteleien, er will sie vor sich schützen, sie wird verletzt und so weiter. Im Internet schrub dann jemand, dass 50SoG Fanfiction von Twilight sei und das machte ergab Sinn.

Der Handlungsstrang ist klar und parallel und mal ganz ehrlich: das einzige was da mit BDSM zu tun hat ist geschicktes Marketing. Die Bücher wurden gehyped ohne Ende und der Sexpart wurde in den Vordergrund gerückt. Aber wer, wie ich, sich durch alles was halbwegs Kurzweile versprach in der gut ausgestatteten Bücherei, gelesen hat, hat durchaus auch schon vor 50SoG Bücher gelesen, in denen Sexszenen detailliert genug beschrieben wurden dass man sich dazu selbst befummeln und kommen konnte und da gabs auch schon Szenen die BDSM Kontext hatten. Die wurden halt nie gehyped.

Die Story ist einfach eine Liebesgeschichte mit Machtgefälle. Junges, naives Mädchen verliebt sich in reichen, reiferen Typen, es geht hin und her, sie erleben kostspielige Dinge, sie lernt, dass er Feinde und Neider hat, lernt damit umzugehen und zeigt ihm seine Schwächen. Er fängt sie auf, ist für sie da, tut alles für sie auch wenn das bedeutet dass er nötige Konsequenzen ziehen muss die sie nicht ziehen kann. Wem Twilight gefallen hat, der wird 50SoG nicht total kacke finden denke ich. Und wer einfach mal Lust hat, in die Welt des Reichtums zu schnuppern und mit der Protagonisten Hubschrauber zu fliegen, zu segeln und shoppen zu gehen, wer die Augen schließen mag und sich als Mäuschen in die Szene reindenken mag, der wird das Buch mögen. Ab und an gehts auch mal um Sex. Aber bei 50SoG hat es bei mir nicht mal zum Masturbieren gereicht.

50SoG hat im besten Fall, das mag ich noch nicht beurteilen, zu einer Auflockerung des Tabuthemas Sex geführt. Wenns langfristig was bringt -dafür müsste das Thema jetzt präsent gehalten werden, auch nach dem dritten Film noch- dann bekommen wir eine Gesellschaft, in der immerhin neutral über Sex und dessen Spielarten geredet wird. Vielleicht nicht im Sinne von "ich mag/mache gerne/habe ausprobiert" aber vielleicht im Sinne von "es gibt ja... was denkst du dazu?" dann wären wir immerhin ein deutliches Stück weiter als wir es vor 17 Jahren waren, als meine Aufklärung noch aus Schweigen bestand.
 Das Buch, wie auch der Film haben meiner Meinung nicht dazu geführt, dass die Frauenwelt jetzt Doms ohne Ende will sondern höchstens, dass sie erkannt haben, respektvoll behandelt werden zu wollen und dann im Gegenzug auch bereit sind, mal etwas auszuprobieren oder jahrelange Phantasien aus der Versenkung zu holen und sich erlauben, diese eventuell sogar mal auszuprobieren.


Sonntag, 26. März 2017

lebe noch, und wie :-)

Es gibt sie noch: die Gegenden wo die Telekom ihre Techniker erst raus schickt wenn ein paar Wochen verstrichen sind in denen gleich mehrere Nachbarn kein Internet mehr haben.

Die Gegenden wo man mit einem o2/E+ Vertrag zwar auf dem Display Edge stehen hat aber in der Realität kommen selbst Textnachrichten nur mit halbstündiger, quasi visuell erkennbarer byte-Verschiebung an oder gehen raus... Mit anderen Worten: das Edge taugt nix, eigentlich dürfte da gar nichts stehen. Ok, nach 23 Uhr auf der Toilette, da gabs für ein paar Sekunden Empfang um zu gucken ob noch was anderes als Spam in den Mails angekommen ist.

Mit anderen Worten: ich habe 4 Tage online-Entzug hinter mir. Gebracht hat es nix :D
außer dass ich gerade auf der Suche nach einer Lösung bin, wie ich aus dem aktuellen o2 Vertrag raus komme oder den (via m-d) in einen D1-Vertrag umwandeln kann.

Die letzen Tage waren arbeitsreich, die Nächte reich an Nähe. Eine schöne, ausgewogene Mischung in einer tollen Gegend und der Abschied fiel sehr, sehr schwer...

Samstag, 25. März 2017

Tränen auf dem Schacht

Seminarwochenende und Herr Zimmermann zu Besuch. Nach 2 Stunden Schlaf fühlte ich mich ausreichend erholt um schweren Herzens wieder aufzustehen und in die Bahn zum Seminarort zu steigen.
Dort angekommen begrüßte die Dozentin uns mit den Worten, dass das ihr erstes Seminar für unser Lehrinstitut sei und der Lehrplan sehe vor, dass sie reine Schulmedizin unterrichte.

Alle, wirklich alle machten lange Gesichter schließlich wussten wir ganz genau, wie ein anderer Dozent dieses Seminar gestaltet hätte und dass da sehr viel ganzheitliche Naturheilkunde vorgekommen wäre. Aber gut, für den Lehrplan kann sie nichts. Recht schnell war aber klar, dass das Seminar nichts anderes war als die Kurzfassung dessen, was wir alle schon zur Vorbereitung gelernt hatten und die Enttäuschung über den Unterricht hat dann Herr Zimmermann zu verbergen gewusst. Der ist nämlich nicht nur ein Ausdauersportler sondern er kann auch kochen. Aber pssst, das verrate ich lieber nicht denn sonst stehen die Frauen Schlange. ;-)

Es gab ein leckeres Chili und am nächsten Tag konnte er es nicht lassen, mir dieses Video anzumachen als ich auf dem Weg zur Toilette war:


Mittwoch, 22. März 2017

seven days, one week (KW11)

Montag: Es ist echt nicht leicht, das Haus verlassen zu müssen wenn die bessere Hälfte noch da bleibt. Vor allem wenn er bei meiner Rückkehr weg ist. Aber er versteht es, mir nicht nur den Tag sondern das ganze Leben zu versüßen.

Dienstag: Mit gewohnt langen Schritten stürmt der Chef vormittags ins Büro. Hätte der sich nicht mal an seinen eigenen Kalender halten können? Eigentlich sollte der erst 3 Stunden später kommen.

Mittwoch: die Woche zieht sich zäh wie Kaugummi. Der Server läuft auch wieder, also keine Ausrede, zwischendurch mal gemütlich Blogs zu lesen, über Kommentare zu lächeln oder kurz bei Twitter rein zu schauen. Inzwischen kenne ich den Shortcut zum Browserhistorylöschen auswendig.

Donnerstag: Gespräch mit Cheffe. Diesmal nimmt er sich mehr Zeit, mir den fingerdicken Stapel Papier und die damit verbundenen Aufgaben zu kontrollieren. Als ich danach in die Kundenhistorie im Computer gucke, sehe ich, dass nicht alles im Leben so einfach ist, wie er sich das vorstellt. Im Gegenzug sage ich ihm, wann ich in den nächsten Wochen gedenke, nicht da zu sein. Er schluckt kurz, dann nickt er. Der Abend endet, wie die meisten Abende mit langen, schönen Gesprächen, bis mir die Augen fast zufallen.

Freitag ist Studientag. Also theoretisch. Praktisch mache ich dann all das, was unter der Woche liegen geblieben ist und ich lege mir allerlei Termine auf diesen Tag. Aber mein aktueller Lerninhalt ist eine Wiederholung vom letzten Jahr, das ist schon okay so.  Der Tag beginnt aber schon damit, dass mein Vermieter vor der Haustür auch beim zweiten sehr freundlichen Grüßen nicht zurück grüßt. Der ältere Nachbar, der dabei steht, guckt irritiert. Ich mag so eine Stimmung nicht und halte sie nur deshalb aus, weil sie absehbar ist. Mitternacht parke ich das Auto um und danach sorge ich den Rest der Nacht dafür, dass a) das Familienhaus durch "Trockenübungen" seinem Namen gerecht wird und b) dafür, dass ich am
Samstag Morgen nach anderthalb Stunden Schlaf die Nacht für beendet erkläre. Weils so schön war gehts in die Stadt und dort zum ersten Mal in meinem Leben einen Burger mit Birnen, Walnüssen und Gorgonzolasoße essen. Herr Zimmermann bot mir was von seiner Mango-Ingwer-Limonade an und die war so richtig lecker *memo to myself: Rezept googlen*


Sonntag: Gemeinsamkeit, Wir-Gefühl, Teamwork und ein schöner Spaziergang. Was will man mehr?

Dienstag, 21. März 2017

Marktanalyse 5

Wir schrieben schon eine ganze Weile und irgendwie hats mit den Treffen nie geklappt, was auch mit dem Herzscherbenhaufenmann zu tun hatte. Nachdem der sich aber final disqualifizierte, beschloss ich, dass er es nach DEM Verhalten (ihr wollt es nicht wissen, glaubt mir, ihr WOLLT es nicht!) nicht noch verdient hätte, dass ich Trübsal blase.

Also rief ich Benni an. Ganz spontan und zum ersten Mal. Ich kannte seine Stimme gar nicht. Er rief dann auch recht fix zurück und wir verabredeten uns für in einer Stunde. Wie ich so auf meinen 5cm Absätzen durch die Stadt klackerte, dem Treffpunkt entgegen, erblickte ich einen Mann der irgendwie deutlich kleiner war als ich dachte. Aber offengestanden wars mir egal, ich wollte einfach nur einen Abend in netter Gesellschaft, so dass ich nicht an Mr. Herzscherbenhaufen denken musste.

Wir aßen bei einem, wie sich heraus stellte, sehr schlechten Italiener eine Kleinigkeit und gingen dann zu ihm wo wir uns bei einem Glas Wein echt gut unterhielten. Irgendwann unterhielten wir uns nicht mehr nur sondern wir küssten uns und nunja...eines führte zum anderen und ähm... sagen wir so: vielleicht lags am Alkohol, vielleicht aber auch nicht.

Als Frau denke ich mir ja, dass ein Mann, der sein bestes Stück schon sein Leben lang kennt, dass der auch seine Größe kennt, oder?                                                                                                                  Korrigiert mich, wenn ich irre. 
Also... nein das wird jetzt kein kleine Schwänzebashing. Ich fand die Größe gut. Aber: Man sollte doch den Hubweg an die Strecke anpassen. Denke ich aus Frauensicht. Also wenn man schon stürmisch und so, dann sollte er nicht so weit rausgezogen werden dass er dann nicht mit viel Anlauf wieder rein oder in Bennis Fall voll daneben geknallt wird. Also abrutscht. Das kann mal passieren. Das passiert jedem mal. Wirklich. Ich bin da tolerant. Aber wenn das so etwa bei jedem dritten Stoß passiert, dann sollte man vielleicht doch mal den Hubweg...?! Ich wiederhole mich.

Sagen wir es mal diplomatisch: als er sich neben mich legte und "kurze Pause" murmelte, war ich nicht wirklich traurig als ich dreißig Sekunden später feststellte, dass er eingeschlafen ist. Irgendwann stand ich auf, löschte die Lichter, machte das Radio aus und legte mich mit dem halben Körper unter die Decke auf der er drauf lag. Er schnarchte selig und leider unregelmäßig und ich lag da und dachte nur "also eigentlich wäre ich ja auch sau müde und hätte den Schlaf nötig"
Nun gut, also zockte ich noch kurz CandyCrush und schlief dann mit dem Handy in der Hand sehr unruhig ein. Mitten in der Nacht begann er zu Schlafwandeln, ich war leicht irritiert. Aber nur sehr leicht. Ich warf ihn wieder ins Bett, er schlief weiter wie tot und ich schlief auch irgendwann wieder ein. Also bis zu dem Moment wo er unverständliches Zeug im Schlaf murmelte.

Morgens um sechs klingelte ein Wecker. Während ich mich noch wunderte, was ich für eine komische Melodie eingestellt hatte, kam ein verschlafenes "glaube das ist meiner" hinter meinem Rücken hervor und er sprang auf. Ich sage mal so: Männer die nicht entdecken dass man bei einem Smartphone den Wecker am Wochenende ausschalten kann, beeindrucken mich jetzt nicht so wirklich.

Aber gut. Ich habe ja für viel zu vieles Verständnis und mein Schlafdefizit habe ich in der Nacht mit progressiver Entspannung irgendwie versucht aufzufangen denn im Gegensatz zu Benni falle ich nicht binnen Sekunden in den Tiefschlaf. Ich war also sowas ähnliches wie ausgeruht und machte mich dann um kurz nach acht auf den Weg. Beim Verabschieden fragte er noch, wann wir das wiederholen und ich muss jetzt wirklich überlegen, OB wir das wiederholen sollten. Nett isser ja. Aber nett ist halt auch nicht alles, besonders wenns im Bett unrund läuft. Wenige Tage später blockte ich seine Nummer.